Paramount soll Warner Bros. übernehmen
28. Februar 2026
Der Hollywood-Konzern Warner Bros. Discovery (WBD) hat der milliardenschweren Übernahme durch Paramount Skydance zugestimmt. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilten beide Unternehmen mit. Erst am Donnerstag war der Rivale Netflix aus dem Bieterstreit um Warner Brothers ausgestiegen - und hatte damit den Weg für die Übernahme durch Paramount frei gemacht.
Das Geschäft hat ein Volumen von 110 Milliarden Dollar (gut 93 Milliarden Euro). Paramount erwirbt die gesamte WBD-Gruppe inklusive Fernsehsender, dazu gehört auch der Nachrichtenkanal CNN.
Der US-Streamingdienst Netflix hatte sich am Donnerstag aus dem Bieterwettstreit mit Paramount zurückgezogen. Zuvor hatte Paramount ein verbessertes Angebot vorgelegt, das von WBD als "überlegen" eingestuft wurde.
Netflix: "Finanziell nicht mehr attraktiv"
Netflix hatte zuletzt knapp 83 Milliarden Dollar (rund 70 Milliarden Euro) nur für das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Bros. geboten. Die TV-Sender sollten in eine neue Firma abgespalten werden. Nach dem letzten Angebot von Paramount teilte Netflix mit, die Transaktion sei "finanziell nicht mehr attraktiv".
Die Übernahme muss nun noch von den WBD-Aktionären bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 20. März bestätigt und von den Regulierungsbehörden, insbesondere der Medienaufsichtsbehörde FCC, genehmigt werden.
CNN unter Kontrolle von Trump-Freunden
Der Bieterwettstreit hatte auch eine politische Dimension: Netflix-Mitgründer Reed Hastings gilt in den USA als einer der größten Spender der oppositionellen Demokraten. Paramount-Chef David Ellison und sein Vater Larry Ellison, Tech-Milliardär und Gründer des Softwareanbieters Oracle, unterstützen dagegen US-Präsident Donald Trump.
Beobachter befürchten, dass CNN nach der Übernahme durch Paramount zu einer Art Sprachrohr der US-Regierung werden könnte. Der Nachrichtensender gilt bisher als Trump-kritisches Medium.
Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta warnte Paramount und Warner Bros. indes vor einer Wettbewerbsprüfung - und davor, dass eine Übernahme noch keine sichere Sache sei. Auch die Wettbewerbshüter in Washington werden den Deal angesichts seiner Tragweite wohl unter die Lupe nehmen.
gri/pgr (dpa, afp, rtr)