Will der Iran Atomtechnik wieder aktivieren?
11. Juli 2026
Das bekannte und auf Nuklearthemen spezialisierte unabhängige Militärforschungsinstitut Institute for Science and International Security in Washington berichtet, Reparatuarbeiten seien in den vergangenen Wochen am Militärkomplex in Partschin zu sehen gewesen. Die Anlage in Partschin im Iran hat in der Vergangenheit immer wieder zu Spekulationen geführt. Laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wurde dort von den Iranern bis 2003 an Technologien gearbeitet, die für Atomwaffen relevant sein könnten. Dabei soll auch der Einsatz nuklearer Sprengköpfe simuliert worden sein.
Nicht nur Partschin
Hinweise auf Reparaturen gibt es nach Berichten des US-Senders CNN nicht nur in Partschin, sondern noch in weiteren Anlagen, die mit der mutmaßlichen Entwicklung von Atomwaffen und ballistischen Raketen in Zusammenhang stehen. Dazu zählt die Einrichtung in Pickaxe Mountain. Laut CNN zeigen Satellitenfotos von dort Lastwagen, die in Tunnel zur Anlage hinein und wieder hinaus fuhren.
Bei der nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde wichtigsten Lagerstätte für Uran, Isfahan, gibt es laut CNN hingegen aktuell keine verdächtige Aktivität. Gleiches gelte für Natans und Fordo. Die drei Anlagen waren im Sommer vergangenen Jahres von den USA bombardiert worden. US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach betont, seine Regierung überwache diese Standorte akribisch.
Teheran hatte sich in dem Mitte Juni geschlossenen Rahmenabkommen mit den USA für ein Ende des Krieges verpflichtet, bei seinem Nuklearprogramm den "Status quo" zu halten. Zudem soll der Iran zugesagt haben, auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten.
USA pochen auf freier Fahrt durch Straße von Hormus
Neben den Nuklearaktivitäten des Irans bleibt die Straße von Hormus weiter ein Streitthema zwischen Teheran und Washington. Die USA fordern ein Bekenntnis des Irans zu einer freien und sicheren Schifffahrt dort. Die iranische Führung müsse öffentlich versichern, dass die Meerenge offen sei und der Iran von Angriffen auf Handelsschiffe absehe, schreiben unter anderem das US-Portal "Axios" und die Zeitung "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Die Forderung sei dem Iran direkt und über Vermittler überbracht worden.
Die USA hatten in den vergangenen Tagen Ziele im Iran angegriffen und das mit Attacken auf Handelsschiffe in der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge begründet. Am Freitag bekräftigte US-Präsident Trump das Ende der Waffenruhe im Krieg mit dem Iran. Zugleich ließ er aber die Tür für Gespräche offen.
Teheran habe um eine Fortführung von Gesprächen gebeten, und die USA hätten zugestimmt, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Das Wort Gespräche setzte er in Anführungszeichen. Irans Außenminister Abbas Araghtschi reiste unterdessen in Omans Hauptstadt Maskat, um mit seinem dortigen Amtskollegen Badr al-Busaidi über die Straße von Hormus zu beraten.
Eine Morddrohung und tausende Raketen
Dass die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran extrem angespannt sind, machen auch neue Äußerungen von US-Präsident Trump deutlich. Er warf dem Iran vor, ein Attentat auf ihn zu planen.
"1000 Raketen sind schussbereit und auf die Islamische Republik Iran gerichtet, und Tausende weitere werden unmittelbar folgen, sollte die iranische Regierung ihre in vielen Teilen der Welt ausgesprochene Drohung wahr machen, den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, in diesem Fall MICH, zu ermorden oder das zu versuchen", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
"Die Befehle wurden bereits erteilt, und das US-Militär ist bereit, willens und in der Lage, innerhalb eines Jahres, vorbehaltlich einer Verlängerung, alle Gebiete des Irans vollständig zu dezimieren und zu zerstören", so Trump weiter.
haz/se (dpa, rtr, afp)
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