Phosphorbomben in Gaza?
14. Januar 2009
Offiziell ist der Einsatz dieser großflächig wirksamen Waffen nicht gänzlich verboten. Bisher wird einem internationalen Protokoll zufolge lediglich "empfohlen", sie nicht in dicht besiedelten Gebieten einzusetzen. Doch gerade in Gaza liefert sich Israels Armee mit der Hamas einen blutigen Häuserkampf zwischen mehrstöckigen Gebäuden in engen und verwinkelten Gassen. Zudem hat Israel das betreffende Protokoll bislang nicht unterzeichnet. Verstößt Israels Armee also gegen das Völkerrecht? Eine eindeutige Antwort darauf ist schwer zu finden.
Zwischen Wut und Verzweiflung - Palästinenser im Libanon
Ein Ende der israelischen Militäroffensive ist noch immer nicht abzusehen. Waffenstillstandsverhandlungen werden von Israels Regierung auch weiterhin abgelehnt. Und während in Gaza der Krieg noch in vollem Gange ist, wachsen jetzt auch die Spannungen im Norden Israels. In der Nähe von Kirjat Schmona schlugen am Dienstag erneut drei Raketen ein. Abgeschossen wurden sie im Südlibanon. Etwa 350.000 Palästinenser leben heute als Flüchtlinge im Zedernstaat. Mit Ohnmacht und Verzweiflung beobachten auch sie die Eskalation in Gaza. Wütend sind sie dabei nicht nur auf Israel, sondern immer mehr auch auf ihre eigene politische Führung.
Anti-Kriegs-Proteste in Südamerika
Der Konflikt im Gazastreifen polarisiert, und zwar weltweit. Auch in Brasilien. Hier fiel die Regierung um Staatschef Lula da Silva jüngst mit harscher Kritik an Israel auf. Lulas Regierungspartei warf Israel "Staatsterrorismus" und nazistische Praktiken vor. Die jüdische Gemeinde Brasiliens reagierte mit Empörung und heftigen Protesten. Demonstrationen gibt es auf beiden Seiten. Und das Klima zwischen den Befürwortern und Gegnern der israelischen Poltik ist mittlerweile ziemlich vergiftet.
Redaktion: Thomas Latschan