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Polens Regierungschef Leszek Miller zu Besuch in Kiew

5. Februar 2002

- Interesse an Erdölpipeline Odessa-Brody-Gdansk bekräftigt

Kiew, 4.2.2002, NOWYJ KANAL, ukrain.

Polen wird helfen, die Erdölpipeline Odessa-Brody-Gdansk in Betrieb zu nehmen. Das erklärte heute (4.2.) in Kiew der polnische Regierungschef Leszek Miller. Der polnische Premier, der erstmals zu einem offiziellen Besuch in die Ukraine gekommen ist, sagte, die polnisch-ukrainischen Beziehungen könnten zum Vorbild für andere europäischen Länder werden.

Leszek Miller, der im Herbst vergangenen Jahres zum polnischen Regierungschef gewählt wurde, kam erstmals in dieser Funktion in die Ukraine. Während seines Besuchs wiederholte er mehrmals, er trete für eine Annäherung mit den östlichen Nachbarn ein und bezeichnete dabei scherzhaft seine Familie als Beispiel für die Integration des ukrainischen und polnischen Volkes.

Miller: "Die Ehefrau meines Sohnes, Iryna Zesarenko, ist Ukrainerin aus Kamjanez-Podilskyj. Mein Sohn heiratete sie in Polen und ich habe schon eine sechsjährige Enkelin. Meine Schwiegertochter ist eine schöne und wundervolle Frau. Somit festige ich die polnisch-ukrainische Freundschaft auch in meiner Familie."

Nach mehrstündigen Gesprächen mit der ukrainischen Regierung erklärte Miller, die polnische Regierung sei an der Inbetriebnahme der im vergangenen Jahr fertiggestellten Erdölpipeline Odessa-Brody-Gdansk interessiert. Nach vorläufigen Schätzungen werde der Bau des 500 Kilometer langen polnischen Abschnitts der Erdölpipeline etwa 500 Millionen US-Dollar kosten.

Miller: "Die Regierung Polens unterstützt polnische Unternehmer, die sich an dem Projekt beteiligen oder noch beteiligen werden. Die Ukraine hat uns deutlich gemacht, dass sie das Problem der Erdölpipeline Odessa-Brody-Gdansk endgültig lösen möchte."

Hingegen ist die Entscheidung über ein weiteres Projekt, den Bau einer Erdgasleitung aus Russland nach Polen in Umgehung der Ukraine, immer noch offen. Miller zufolge muss Moskau und nicht Warschau offiziell zu diesem Projekt, das Kiew für sich als ungünstig bewertet, offiziell Stellung beziehen. Der polnische Premier versicherte jedoch, dass Polen sich auch weiterhin für die Interessen der Ukraine einsetzen werde, darunter auch beim Westen. Darüber hinaus werde Polen eine assoziierte Mitgliedschaft der Ukraine in der EU unterstützen. Anatolij Kinach (ukrainischer Premier – MD) begrüßte seinerseits die Integration Polens in die EU. (...) (MO)

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