Prämien bei Verwendung der kasachischen Sprache
17. Mai 2004Astana, 14.5.2004, CHABAR, russ.
Auf einer Beratung im Kulturministerium ist heute wieder das Problem des Erlernens der Staatssprache erörtert worden. Bis heute wurde nur in fünf Gebieten des Landes der Schriftverkehr auf Kasachisch umgestellt. Nach Angaben des Kulturministers sieht die Lage in den zentralen Behörden des Landes noch schlechter aus. Djusen Kaseinow fordert nun, diejenigen zu bestrafen, die gegen das Gesetz "Über die Staatssprache" verstoßen.
Über die Probleme mit der kasachischen Sprache wurde im Russischen Theater diskutiert. Der Ort des Treffens wurde nicht zufällig gewählt. Das ist nach Worten des Kulturministers symbolisch.
Djusen Kaseinow: "Das nächste Mal werden wir über die Probleme mit der russischen Sprache in einem kasachischen Theater sprechen."
Das Sprachenproblem ist in Kasachstan immer noch sehr aktuell. Das Gesetz "Über die Staatssprache" ist schon längst in Kraft, aber sogar in den zentralen Behörden des Landes wurde bis jetzt nicht mehr als zehn Prozent des Schriftverkehrs auf Kasachisch umgestellt. Diese Angaben machte heute Djusen Kaseinow. Der Kulturminister sagte, dass die Umstellung auf die Sprache der Vorfahren unbegründet hinausgezögert werde. Er schlägt nun vor, die Umstellung mit Verwaltungsmaßnahmen zu beschleunigen.
Djusen Kaseinow: "Wir hören oft, dass gewisse Leute bestraft werden, wenn sie andere Gesetze verletzen. Sie haben aber sicher noch nie gehört, dass jemand wegen des Verstoßes gegen das Gesetz "Über die kasachische Sprache" bestraft, entlassen oder gerügt wurde. Wahrscheinlich ist die Zeit gekommen, von den Menschen zu verlangen, das Gesetz zu befolgen."
Es ist klar, dass das Kulturministerium als erstes von seinen Mitarbeitern verlangen wird, die Staatssprache zu beherrschen. Das Problem besteht auch in diesem Ministerium. Diejenigen, die bestrebt sein werden, die kasachische Sprache zu erlernen, sollen, so Djusen Kaseinow, umfassend gefördert werden, darunter auch materiell. Der Minister begrüßt die Initiative der Verwaltung im Gebiet Nord-Kasachstan, wo die Beamten, die nicht der autochthonen Nationalität angehören, für das Beherrschen der kasachischen Sprache mit Prämien belohnt werden. Sie erhalten in Durchschnitt monatlich 4000 Tenge. (MO)