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Politik

Johnson stellt Lockerungen in Aussicht

6. April 2021

Obwohl die Corona-Zahlen deutlich gesunken sind, gelten in England härtere Regeln als in Teilen Deutschlands. Einige davon sollen ab nächsten Montag gelockert werden. Die Reisebeschränkungen gehören nicht dazu.

Großbritannien PK Boris Johnson in London
Bild: Stefan Rousseau/REUTERS

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Öffnung der Außenbereiche von Pubs und Restaurants in England ab Montag kommender Woche bestätigt. Die ab dem 12. April vorgesehene zweite Phase der Corona-Lockerungen könne stattfinden wie geplant, kündigte Johnson am Montag bei einer Pressekonferenz an. "Ich werde selbst zu einem Pub gehen und vorsichtig, aber unwiderruflich ein Glas Bier an meine Lippen führen", witzelte Johnson.

Ab dem 12. April dürfen in England auch alle Geschäfte, Fitnessstudios und Friseure wieder öffnen. Die anderen britischen Landesteile legen ihre eigenen Corona-Regeln fest, wählen aber in der Regel einen ähnlichen Weg. Die Lockerungen seien durch die sinkenden Infektionszahlen "vollauf gerechtfertigt", sagte Johnson.

Noch kein grünes Licht für Auslandsreisen

Noch keine konkreten Angaben machte der Premier dagegen zum Sommerurlaub. Die Regierung hoffe darauf, den Briten vom 17. Mai an wieder Urlaub im Ausland erlauben zu können, sagte Johnson. Offiziell bestätigen wollte er diesen Termin allerdings noch nicht. Reisewillige dürften die anhaltenden "Schwierigkeiten in einigen Zielländern nicht unterschätzen", sagte der Regierungschef.

Anders als deutsche Touristen dürfen britische bislang nicht nach Mallorca reisenBild: Jan Huebner/imago images

Obwohl die Infektionslage in Großbritannien mittlerweile deutlich besser ist als in Deutschland, ist es den Briten bis auf wenige Ausnahmen - etwa Arbeit, Beerdigungen oder medizinische Behandlungen - seit Monaten strikt untersagt, ihr Land zu verlassen. Mallorca-Urlaube, wie sie Tausende Deutsche über Ostern machen, sind ausgeschlossen. Bei unrechtmäßigen Versuchen, das Land zu verlassen, drohen Geldstrafen von bis zu 5000 Pfund (umgerechnet rund 5900 Euro).

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 44 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. In Deutschland lag dieser Wert am Montag bei fast 130. Bis Ostermontag hatten rund 60 Prozent der Erwachsenen im Vereinigten Königreich die erste Corona-Impfung erhalten.

Mit gutem Vorbild voran - Premier Johnson ließ sich im März mit AstraZeneca impfenBild: Frank Augstein/AP Photo/picture alliance

Zudem sollen in den kommenden Wochen bei ausgewählten Events - sowohl Fußballspielen als auch Kulturveranstaltungen - Testläufe für Impfnachweise nach israelischem Vorbild anlaufen. Die britische Regierung will diese in den kommenden Monaten einführen, um größere Massenveranstaltungen wieder zu ermöglichen. Alternativ zu einer Corona-Impfung soll auch ein negativer Testnachweis möglich sein. Allerdings haben sowohl Oppositionspolitiker als auch Teile von Johnsons eigener konservativer Tory-Fraktion bereits harsche Kritik geäußert und vor Ausgrenzung und Spaltung gewarnt. 

Lockerungen für Neuseeland-Reisende

Auch in Neuseeland zeichnen sich nach strengen Corona-Regeln weitere Lockerungen ab. So soll es zwischen Australien und Neuseeland ab dem 19. April wieder einen quarantänefreien Reiseverkehr geben. Das teilte die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern auf einer Pressekonferenz mit. Neuseeland hatte seine Grenzen für Reisende im März 2020 geschlossen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen durften nur noch eigene Bürger und Menschen mit Wohnsitz in Neuseeland ins Land.

Laschet für "Brücken-Lockdown" in Deutschland

In  Deutschland wird derweil über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen diskutiert. So hatte Armin Laschet, CDU-Chef und Ministerpräsident von Nordrhein Westfalen, einen kurzen, aber harten Lockdown vorgeschlagen. Mit einem "Brücken-Lockdown" könnten die Corona-Infektionen auf ein niedrigeres Niveau gedrückt werden, das dann durch Testungen gehalten werden könne, bis mehr Menschen geimpft seien. "Für die letzten Meter brauchen wir noch einmal eine Kraftanstrengung", forderte Laschet am Wochenende. Sein Vorschlag stieß bei den Ministerpräsidenten der übrigen Bundesländer auf ein eher verhaltenes Echo.  

bri/qu (dpa, afp, ard)

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