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PolitikKuba

Kuba hat keinen Treibstoff mehr

14. Mai 2026

Die Lage auf der Karibikinsel Kuba spitzt sich immer mehr zu. Diesel und Heizöl sollen vollständig ausgegangen sein. In Havanna protestieren die Menschen deshalb im Dunkeln gegen die Situation.

Proteste im Dunkeln auf Kuba gegen anhaltende Stromausfälle
Protest auf Kuba: Kaum noch Strom für LichtBild: Norlys Perez/REUTERS

Seit nunmehr vier Monaten besteht die Blockade ‌von ​Treibstofflieferungen an Kuba durch die USA. Seinem Land seien inzwischen Diesel und Heizöl vollständig ausgegangen, erklärte der kubanische Energieminister Vicente de la O Levy. Das Stromnetz ​sei in einem "kritischen Zustand".

20 bis 22 Stunden Stromausfall

"Wir haben absolut keinen Brennstoff und absolut keinen Diesel", sagte ​de la ‌O Levy in den staatlichen Medien. "Wir haben keine Reserven." Die Stromausfälle hätten in dieser Woche drastisch zugenommen. Viele Stadtteile Havannas seien 20 bis 22 Stunden pro Tag ohne Strom, sagte der Minister. Dies verschärfe die Spannungen in ‌einer Stadt, die bereits unter dem Mangel an Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten leide.

Mit Töpfen gegen Stromausfälle auf Kuba: "Macht das Licht an"Bild: Norlys Perez/REUTERS

In der Hauptstadt Havanna kam es wegen der schwersten Stromausfälle seit Jahrzehnten zu Protesten. Hunderte Menschen strömten am Mittwochabend (Ortszeit) in mehreren Außenbezirken der Stadt auf die Straßen. Sie zündeten Müllhaufen an und blockierten so die Wege.

Zahlreiche Menschen schlugen aus Protest auf Töpfe und skandierten "Macht das Licht an" und "Das vereinte Volk wird niemals ‌besiegt werden". Es war die größte Protestnacht in Havanna seit Anfang der massiven Energiekrise zu Jahresbeginn.

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Trumps Drohungen

Kuba ist wegen der verschärften US-Sanktionen von der Treibstofflieferung aus ​dem Ausland abgeschnitten. Damit sind die öffentlichen Dienstleistungen auf der Karibikinsel mit ihren fast zehn Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern praktisch lahmgelegt.

Weder Mexiko noch Venezuela, die bislang Kubas wichtigste Öllieferanten waren, haben seit einer ​Anordnung von US-Präsident Donald Trump vom Januar Treibstoff an die Insel geliefert. Trump droht jedem Land, das Treibstoff an den kommunistisch geführten Staat exportiert, mit Zöllen. Er will Kuba nach eigenen Worten "übernehmen". Seit Dezember hat nur ein einziger großer Öltanker, die unter ⁠russischer Flagge ​fahrende "Anatoli Kolodkin", Rohöl nach Kuba gebracht.

Brennende Barrikaden in Kubas Hauptstadt HavannaBild: Ramon Espinosa/AP Photo/dpa/picture alliance

Weltweit steigende ​Öl- und Transportpreise erschweren Kubas Bemühungen

Kuba führe trotz der Blockade weiterhin ​Verhandlungen über den Import von Treibstoff, sagte Energieminister de la O Levy. "Kuba ist offen für jeden, der uns Treibstoff verkaufen will." Die weltweit steigenden ​Öl- und Transportpreise infolge des ‌Krieges der USA und Israels gegen den Iran würden diese Bemühungen jedoch zusätzlich erschweren.

Minister de la ​O Levy erklärte weiter, Kuba habe in den ⁠vergangenen zwei Jahren zwar Solaranlagen mit einer Leistung von 1300 Megawatt installiert. Ein Großteil dieser Kapazität gehe jedoch aufgrund der Instabilität ⁠des Netzes infolge des Treibstoffmangels verloren. ​Dadurch würden Effizienz und Leistung verringert.

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Die Vereinten Nationen (UN) hatten die Treibstoffblockade durch die USA vergangene Woche als unrechtmäßig bezeichnet. Sie behindere das "Recht des kubanischen Volkes auf Entwicklung" und untergrabe gleichzeitig seine "Rechte auf Nahrung, Bildung, Gesundheit sowie Wasser und sanitäre Einrichtungen".

pg/se (rtr, EFE)

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