Proteste wegen Versorgungsengpässen in Kuba eskalieren
15. März 2026
Hohe Inflation, Lebensmittel- und Medikamentenknappheit sowie regelmäßige Stromabschaltungen zermürben die kubanische Bevölkerung. Ein örtlicher Protest schlug in Gewalt um.
Die Wut der Kubaner wächst und entlädt sich auch in GewaltBild: Social Media/REUTERS
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Wütende Demonstranten haben in Kuba ein Büro der Kommunistischen Partei verwüstet. Im Internet verbreitete Videos zeigten, wie die Protestierenden in der Nacht zum Samstag in das Parteibüro in Moron östlich von Havanna einbrechen und Akten, Computer und Möbel auf die Straße schleppen und in Brand setzen.
Präsident erkennt Unzufriedenheit der Kubaner an
Präsident Miguel Díaz-Canel verurteilte die Ausschreitungen. Zugleich gestand er in einem seltenen Schritt ein, dass es Unzufriedenheit in der Bevölkerung gebe. "Man kann die Unzufriedenheit unserer Bevölkerung angesichts der anhaltenden Stromausfälle verstehen", erklärte Díaz-Canel. Der Präsident machte eine verschärfte "Energieblockade" der USA für die Krise verantwortlich. "Was niemals verstanden oder gerechtfertigt werden kann, ist Gewalt", fügte er mit Blick auf die Ausschreitungen in Moron hinzu. Nach Angaben der staatlichen Zeitung "Invasor" wurden dort fünf Menschen wegen Vandalismus festgenommen.
Menschenleere Straßen, Müll wird nicht mehr abtransportiert - ein Bild der Wirtschaftskrise in KubaBild: Norlys Perez/REUTERS
Kuba befindet sich in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Eine hohe Inflation sowie Lebensmittel- und Medikamentenknappheit machen der kubanischen Bevölkerung zu schaffen. Seit Ende vergangenen Jahres gab es zudem mehrere landesweite Stromausfälle, die teilweise tagelang andauerten. Fast täglich haben die Menschen zudem mit kürzeren Blackouts zu kämpfen.
Stromausfälle, leere Tankstellen und steigende Preise bestimmen den Alltag in Kuba. Während die USA den Druck erhöhen, kämpfen sich Familien mit Holzkohle, Handylicht und Hoffnung durch eine tiefe Wirtschaftskrise.
Bild: Yamil Lage/AFP/Getty Images
Kälte trifft Krise
Die Wirtschaftskrise, anhaltende Blackouts und sinkende Treibstoffzufuhr treffen Kuba hart. Dazu gab es zwischenzeitlich auch noch eine außergewöhnliche Kältewelle. Das kühle Wetter verschärfte die ohnehin prekären Lebensbedingungen in dem kommunistischen Karibikstaat, wo Stromausfälle, Ölengpässe und Lieferunterbrechungen aus Venezuela den Alltag belasten - nicht nur hier in Havanna.
Bild: Adalberto Roque/AFP/Getty Images
Warten auf Benzin
Ohne Benzin steht alles - nicht nur hier in der Hauptstadt. Treibstoffmangel treibt Preise, an Tankstellen stauen sich Autos. Auch Blackouts prägen den Alltag und treffen Wasser, Kommunikation und Verkehr. Die Hoffnung ruht auf Gesprächen mit den USA - doch der Druck wächst. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte angesichts weiterer US-Zolldrohungen neue humanitäre Hilfe für die Insel an.
Bild: Ramon Espinosa/AP Photo/picture alliance
Havannas Alltag ohne Strom
Survival-Modus: Alberto Villar bereitet während eines Blackouts das Abendessen zu, während draußen die Metropole im Dunkeln versinkt. Kein Kühlschrank, kein Herd, nur Geduld. Trotz politischer Spannungen, internationaler Sanktionen und Energieknappheit versuchen viele Kubaner ihren Alltag zu meistern - auch im Dunkeln.
Bild: Norlys Perez/REUTERS
Holzkohle als Rettung
Am Stadtrand von Havanna verkauft Igmel Tamayo ein paar Orangen und Holzkohle. Diese ersetzt Gas und Strom. Holzkohle ist teuer, aber noch verfügbar.
Bild: Norlys Perez/REUTERS
Grillen vor der Haustür
Auch im Viertel Poey flackert das Holzfeuer. Weil der Strom mal wieder ausgefallen ist, grillt diese Familien Würste auf offener Flamme.
Bild: Yamil Lage/AFP/Getty Images
Reparieren statt Ersetzen
Automechaniker Pedro Romero beim Einsatz am Straßenrand in Havanna. Die Reparatur ist eine Herausforderung: Denn nicht nur Benzin fehlt, sondern auch Ersatzteile. Auch Waschmaschinen werden durch die Stadt in die nächste Werkstatt getragen: Nachhaltiges Motto in der Krise: Reparatur statt Neukauf.
Bild: Norlys Perez/REUTERS
Überleben trotz Blackout
Verkäuferin Yaimara Ofarill macht sich fertig für ihren Dienst in einer Bäckerei in Havanna. Das Schminken im Morgengrauen ist eine Herausforderung. Dennoch ist es ihr wichtig, gut auszusehen, wenn sie im Laden steht. Zum Glück läuft ihr Handy noch und kann ein wenig Licht vorm Spiegel spenden. Die Lage ist schwierig, aber Kreativität und die Kunst des Improvisierens gehören eh zum Alltag in Kuba.
Bild: Norlys Perez/REUTERS
Knappheit prägt jede Mahlzeit
Die Schlange vor der Bäckerei ist lang. Geduldiges warten aufs Brot ist angesagt. Alles ist teurer, alles ist knapp. Die Menschen kaufen, was gerade angeboten wird. Zudem frisst die Inflation die Ersparnisse. Kuba erlebt eine der schwersten Versorgungskrisen seit Jahrzehnten.
Präsident Miguel Díaz-Canel kündigt Gespräche mit den USA anBild: Cuba TV/AFP
Am Freitag hatte die kubanische Regierung erstmals Gespräche mit Vertretern der USA zur "Lösung von bilateralen Differenzen" bestätigt. Am Donnerstag hatte die kubanische Regierung nach Gesprächen mit Vertretern des Vatikan die Freilassung von 51 Gefangenen angekündigt. Die katholische Kirche agiert seit Jahrzehnten als Vermittler zwischen Kuba und den USA bei der Freilassung politischer Gefangener.
fab/pgr (dpa, afp)
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