News kompakt: Putin offen für kurze Ukraine-Waffenruhe
30. April 2026
Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump haben in einem Telefonat über eine mögliche befristete Waffenruhe im Ukraine-Krieg gesprochen. Putin sei bereit für eine Feuerpause während der Feierlichkeiten zum Gedenken an den Sieg im Zweiten Weltkrieg, sagte Kreml-Berater Juri Uschakow. Russland begeht diesen Jahrestag traditionell am 9. Mai. Nach Angaben Uschakows verlief das Gespräch offen und sachlich. Es sei auf russische Initiative zustande gekommen.
Trump erklärte im Weißen Haus, er habe Putin in einem "langen" und "guten" Telefonat zu einer Waffenruhe gedrängt. Aus Moskau hieß es zudem, Putin habe seine Sicht auf die Lage an der Front dargelegt und der Ukraine Angriffe auf zivile Ziele vorgeworfen. Der Kremlchef beharrte demnach erneut auf den russischen Kriegszielen, er würde aber vorziehen, sie im Rahmen von Verhandlungen zu erreichen.
USA erwägen Truppenreduzierung in Deutschland
Die USA prüfen laut Präsident Donald Trump eine mögliche Reduzierung ihrer Truppen in Deutschland. Eine Entscheidung könne "in Kürze" fallen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Ankündigung folgt auf scharfe Kritik Trumps an Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich kritisch zur US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.
Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte Trump mit einem Abzug von US-Soldaten aus Deutschland gedroht. Laut US-Militär waren Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert, davon etwa 39.000 in Deutschland. Die Zahlen schwanken regelmäßig, unter anderem durch Rotationen und Übungen. Noch im März hatte Trump nach Angaben des Bundeskanzlers zugesichert, an der US-Truppenpräsenz in Deutschland festhalten zu wollen.
Bankenausschuss des US-Senats stimmt für designierten Fed-Chef Warsh
Der Wunschkandidat von Präsident Donald Trump für die Leitung der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, hat die erste Hürde in seinem Ernennungsprozess genommen. Der Bankenausschuss des Senats in Washington stimmte der Nominierung des 56-Jährigen zu. Die 13 Senatorinnen und Senatoren der regierenden Republikaner im Ausschuss stimmten für Warsh. Die elf Senatorinnen und Senatoren der oppositionellen Demokraten stimmten gegen ihn.
Warsh hatte bei seiner Anhörung vor dem Ausschuss vergangene Woche zugesichert, seine Unabhängigkeit vom Weißen Haus zu wahren. Um die Nachfolge des derzeitigen Fed-Chefs Jerome Powell anzutreten, dessen Amtszeit regulär am 15. Mai endet, muss Warsh nun auch noch vom Plenum des Senats grünes Licht bekommen.
Pressefreiheit unter Druck
In der Rangliste der Pressefreiheit hat sich Deutschland im vergangenen Jahr um drei Plätze verschlechtert und landet nun auf Rang 14. Das teilte die Organisation "Reporter ohne Grenzen" (RSF) mit. Den Abstieg Deutschlands begründet RSF mit einer wachsenden Bedrohungslage, der Journalisten im Netz und auf der Straße ausgesetzt seien. Auch erschwerte Arbeitsbedingungen durch polarisierte Themen, wie etwa Berichterstattung über die Kriege in Nahost, nannte die Organisation als Grund für die schlechtere Platzierung.
Auch weltweit hat sich die Lage der Pressefreiheit demnach erneut verschlechtert. So lebt laut RSF 2026 nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung in Ländern mit einer "guten" Lage. Spitzenreiter bleibt Norwegen, gefolgt von den Niederlanden und Estland.
Messerattacke auf Juden in London
Ein Messerangriff in der britischen Hauptstadt London ist offiziell als Terrorattacke eingestuft worden. Das teilte die Londoner Polizei mit. Bei dem Angriff im stark jüdisch geprägten Stadtviertel Golders Green waren zwei Männer jüdischen Glaubens verletzt worden. Ein mutmaßlicher Angreifer wurde festgenommen. Es handelt sich um einen 45-jährigen Mann.
Die pro-iranische Organisation "Harakat Ashab al-Jamin al-Islamia" (HAYI) reklamierte die Tat für sich. Diese islamistische Gruppe hatte sich bereits zu mehreren Brandanschlägen in London und Europa bekannt. Premierminister Keir Starmer hatte zuvor auf der Plattform X bereits von einer antisemitischen Attacke geschrieben.
Inflation in Deutschland steigt auf höchsten Stand seit Anfang 2024
Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hat die Inflationsrate in Deutschland Richtung Drei-Prozent-Marke getrieben. Waren und Dienstleistungen lagen im April 2,9 Prozent über dem Preisniveau des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten errechnet hat. So hoch lag die Inflation zuletzt im Januar 2024, über drei Prozent war die Rate zuletzt im Dezember 2023 mit 3,7 Prozent.
Der Krieg im Nahen Osten hat Heizen und Tanken kräftig verteuert. Haushaltsenergie und Sprit kosteten im April 10,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Schon im März hatte sich Energie in Deutschland rasant verteuert, die Inflation zog insgesamt auf 2,7 Prozent an.
pgr/pg/gri (dpa, rtr, afp, kna, epd)
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