Rücktrittsgerücht lässt Euro zittern
22. Januar 2013
Eine brodelnde Gerüchteküche um den Rücktritt von Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die Börsen beeinflusst und den Eurokurs zeitweise deutlich absacken lassen. Die europäische Gemeinschaftswährung verlor im Laufe des Handelstages innerhalb weniger Minuten 1,5 Prozent ihres Wertes.
Die Bundesbank widersprach den Rücktrittsgerüchten vehement, sie seien "kompletter Blödsinn". Die Notenbanker halten es für möglich, dass das Gerücht gezielt gestreut worden sei und wollten "Marktmanipulationen nicht ausschließen".Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin sieht das offenbar ähnlich. Eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sagte: "Wir schauen uns das an." Sie fügte allerdings hinzu, dass solche Ermittlungen ein Routinevorgang seien.
Die Unsicherheiten hatten zwei Quellen: Die Bundesbank und die Deutsche Bank. Zu den Gerüchten um das größte deutsche Geldhaus gehörten Spekulationen um die Gewinnziele der Deutschen Bank und die möglichen Konsequenzen bei der diskutierten Einführung eines Trennbankensystems. Die Aktien der Bank verloren zeitweise vier Prozent.
dk/GD (dpa, rtr)