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Konflikte

Raketenangriffe erschüttern Bagdad

4. Januar 2020

Gleich mehrere Geschosse trafen das streng gesicherte Regierungsviertel in der Hauptstadt. Auch ein Militärstützpunkt außerhalb Bagdads wurde zum Ziel. An beiden Orten befinden sich US-Soldaten.

Irak US Botschaft in Bagdad
Die Grüne Zone stellt das Zentrum internationaler Präsenz in Bagdad dar. Hier befindet sich auch die US-Botschaft. Bild: Getty Images/AFP/A. Al-Rubaye

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen müssen die Geschosse fast zeitgleich abgefeuert worden sein. Raketen schlugen laut der irakischen Armee sowohl im Bagdader Stadtteil Al-Dschadirija als auch auf einem Platz in der Grünen Zone ein. In dem Hochsicherheitsbereich im Zentrum der Stadt befindet sich neben mehreren irakischen Ministerien und dem Parlament auch die US-amerikanische Botschaft. Dort schrillten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP sofort die Alarmsirenen. In dem Gebäude halten sich sowohl Diplomaten als auch Mitglieder der US-Armee auf.

Von mindestens zwei Raketen getroffen wurde auch der Luftwaffenstützpunkt Al-Balad rund 80 Kilometer nördlich von Bagdad, an dem ebenfalls US-Soldaten untergebracht sind. Die Katjuscha-Raketen seien im Lagerhaus-Bereich der Basis niedergegangen, berichten mehrere Quellen. Angaben über mögliche Opfer des Angriffs oder Schäden lagen zunächst nicht vor.

Warnung der Hisbollah

Die Luftwaffenbasis, die auch Standort der US-Ausbilder für das irakische Militär ist, war schon mehrfach Ziel von bewaffneten Angriffen. Mit der Tötung des ranghohen iranischen Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Raketenangriff in Bagdad am Donnerstag hat sich aber ein neues Drohszenario entwickelt. Die iranische Führung hatte nach dem Angriff Vergeltung angekündigt. Ajatollah Ali Chamenei schrieb in einem Beileidsschreiben, die Urheber des Angriffs erwarte eine "schwere Rache".

Zu den jüngsten Angriffen auf US-Einrichtungen im Irak gab es bislang noch keine Stellungnahme aus Teheran. Die pro-iranischen Hisbollah-Brigaden im Irak forderten die irakischen Truppen und Sicherheitskräfte nach den Raketeneinschlägen jedoch dazu auf, sich ab Sonntag, 17 Uhr (Ortszeit), "mindestens 1000 Meter" von US-Stützpunkten zu entfernen.

djo/AR (afp, dpa)

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