Rechtskosten belasten Deutsche Börse
29. Oktober 2013
Ein möglicher Vergleich in den USA wegen Verstößen gegen Iran-Sanktionen hat der Deutschen Börse im dritten Quartal einen heftigen Gewinneinbruch eingebrockt. Rückstellungen und Rechtskosten von knapp 120 Millionen Euro ließen den Überschuss um mehr als 60 Prozent auf 61,6 Millionen Euro absacken, wie der Börsenbetreiber am Dienstag nach Börsenschluss in Eschborn bei Frankfurt mitteilte.
Die US-Exportkontrollbehörde OFAC hat die Deutsche Börse wegen Geschäften mit dem Iran ins Visier genommen und Anfang der Woche eine Strafe von 169 Millionen Dollar (122 Millionen Euro) angedroht. Falls sich der Konzern auf einen Vergleich mit der Behörde einlässt, könnte diese Strafe auf 152 Millionen Dollar (110 Millionen Euro) reduziert werden. Die Deutsche Börse hat über einen möglichen Vergleich noch nicht entschieden, legt für die Angelegenheit aber schon mal Geld zurück.
Auch das Tagesgeschäft der Deutschen Börse läuft wegen der Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Euro-Schuldenkrise und die Regulierung der Finanzmärkte nicht rund. Viele Banken schrumpfen ihre Bilanzsummen und handeln wegen höherer Eigenkapitalanforderungen weniger. Das Zocken auf eigene Rechnung haben die meisten Institute ganz eingestellt. Zudem will die Politik das Geschäft mit spekulativen Finanzprodukten weiter zurückdrängen. Erst am Montag haben sich Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen darauf verständigt, die Pläne für eine Finanztransaktionssteuer in Europa voranzutreiben.
zdh/kle (dpa, rtr)