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Relegation: SC Paderborn im Rausch, VfL Wolfsburg im Schock

26. Mai 2026

Im Rückspiel der Bundesliga-Relegation setzt sich überraschend Zweitligist Paderborn durch. Volkswagen-Klub VfL Wolfsburg muss die Fußball-Bundesliga nach 29 Jahren verlassen und geht einer ungewissen Zukunft entgegen.

Spieler des SC Paderborn bei der Siegesfeier nach dem Relegations-Rückspiel
Riesenfreude in Paderborn: Spieler und Fans feiern den Bundesliga-AufstiegBild: Swen Pförtner/dpa/picture alliance

Laurin Curda stand noch mitten im Jubelmeer, als er schon wusste, dass diese Nacht keine gewöhnliche werden würde. Zwischen Tausenden euphorisierten Fans auf dem Rasen kündigte der Siegtorschütze des SC Paderborn eine Feier bis zum nächsten Morgen an, während seine Mitspieler Trainer Ralf Kettemann bereits mit Bierduschen überzogen.

Die Freude war riesig, schließlich hatte Zweitligist Paderborn das Relegations-Rückspiel gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen und war in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Das Hinspiel endete am vergangenen Freitag 0:0.

SCP-Trainer Kettemann: "Surreal!"

"Ich kann es noch nicht glauben", sagte Curda: "Wahnsinn, was hier abgeht. Das kennt man nur aus dem Fernsehen und plötzlich ist man mittendrin. Als kleiner Junge ist das mein Traum und der geht nun in Erfüllung." Bis zur offiziellen Party am Rathaus am Dienstagnachmittag um 17 Uhr werde er "wahrscheinlich gar nicht schlafen".

Während die Spieler feierten, brauchte Trainer Kettemann zunächst Abstand. Kurz nach Abpfiff zog er sich für einige Minuten in die Kabine zurück, ehe er zurück auf den Rasen kehrte.

nach 2014 und 2019 ist Ralf Kettemann und seinem Team der dritte Aufstieg mit Paderborn gelungenBild: Swen Pförtner/dpa/picture alliance

"Es ist schwer zu beschreiben. Ich habe kurz Ruhe gebraucht. Es war sehr intensiv und tough", sagte er. "Es war surreal. Ich musste mir einen Moment gönnen, um durchzuatmen."

Der Blick richtete sich dennoch schnell in die Zukunft, auch wenn zunächst ausgelassen gefeiert werden sollte. Denn der dritte Bundesliga-Aufstieg nach 2014 und 2019 ist für den Trainer nur ein Etappensieg. "Aufgestiegen ist der Verein schon zweimal, aber dringeblieben ist er noch nicht", betonte Kettemann: "Da müssen wir kluge Entscheidungen treffen."

Wolfsburgs Absturz nach 29 Jahren

Ganz anders war die Gefühlslage beim Gegner. Beim VfL Wolfsburg hinterließ der Abend sichtbare und unsichtbare Spuren - sogar an der Tür zur Gästekabine zog sich ein tiefer Riss durch das Glas. Nach dem ersten Abstieg aus der Bundesliga seit 29 Jahren herrschten Wut und Frust.

"Wenn man absteigt, tut es weh", sagte Trainer Dieter Hecking: "Die Enttäuschung ist auch bei mir groß, weil wir hatten eine sehr intensive Zeit in den letzten neun bis zehn Wochen. Wir haben alles versucht und auch die Spieler haben alles investiert, um den Klassenerhalt zu schaffen."

Entscheidungen und Momente prägten den Spielverlauf. Hecking verwies auf die frühe Gelb-Rote Karte gegen Joakim Maehle, der nach elf Minuten wegen Meckerns und nur drei Minuten späten wegen eines Foulspiels vorzeitig vom Feld musste und sein Team entscheidend schwächte.

Wie geht es weiter? Wolfsburgs Spieler Christian Eriksen, Sportdirektor Pirmin Schwegler und Trainer Dieter Hecking (v.l.n.r.)Bild: Swen Pförtner/dpa/picture alliance

"Es eben an einer einzigen Situation, ob du drinbleibst oder absteigst", sagte Hecking. Zwar sei die zweite Gelbe Karte "unstrittig", doch bei der ersten habe ihm das nötige "Fingerspitzengefühl" gefehlt. "Das Spiel ist entschieden", räumte Hecking dennoch ein und gratulierte dem Gegner.

Wie es für ihn selbst weitergeht, ließ der erfahrene Trainer offen. Zunächst gehe es darum, die Enttäuschung zu verarbeiten. "Man wird es die nächsten ein, zwei Tage mal sacken lassen müssen und dann sicherlich mal sprechen." Auch im Klub selbst ist die Niedergeschlagenheit tief.

Aufsichtsratsmitglied Diego Benaglio berichtete von "Tränen" in der Kabine - und davon, dass man nun lernen müsse, "mit der Enttäuschung klarkommen und dann wieder aufstehen". Für Paderborn beginnt der Traum Bundesliga, für Wolfsburg eine ungewisse Zukunft.

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