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Dodik-Vertrauter gewinnt Wahl im ‪serbischen Teil Bosniens

24. November 2025

Sinisa Karan wird neuer Präsident der Republika Srpska. Er steht dem bisherigen Amtsinhaber Milorad Dodik nahe, der wegen seiner separatistischen Politik abgesetzt worden war.

Bosnien und Herzegowina | Wahlen 2025 | Republika Srpska | Banja Luka | Sinisa Karan nach Wahlsieg
Wahlsieger Sinisa Karan nach Bekanntgabe des vorläufigen ErgebnissesBild: Amel Emric/REUTERS

Im serbischen Landesteil von Bosnien-Herzegowina, der Republika Srpska, hat Sinisa Karan von der Regierungspartei SNSD nach vorläufigen offiziellen Angaben die Präsidentenwahl gewonnen. Er liegt mit rund 200.000 Stimmen (50,85 Prozent) vor dem Oppositionskandidaten Branko Blanusa, der auf etwa 188.000 Stimmen (47,8 Prozent) kommt. Das teilte die Zentrale Wahlkommission in Sarajevo nach Auszählung der Stimmen in knapp 93 Prozent der Wahllokale mit.

Karan ist ein Vertrauter des bisherigen Präsidenten Milorad Dodik, der wegen separatistischer Aktivitäten nach einem Gerichtsurteil abgesetzt worden war und nicht erneut kandidieren durfte. Er schnitt allerdings schlechter ab als Dodik bei der letzten Wahl im Jahr 2022. 

Unter den insgesamt sechs Kandidaten galt Karan als klarer Favorit. Der zuvor weitgehend unbekannte Blanusa trat für die größte Oppositionspartei SDS an.

Nur für ein Jahr gewählt

Wahlberechtigt waren am Sonntag rund 1,2 Millionen Menschen. Die Wahlbeteiligung lag bei nur rund 35 Prozent - und damit erheblich niedriger als 2022. Damals betrug sie noch 53 Prozent.

Karan dankte seinen Wählern und insbesondere seinem politischen Mentor Dodik. Zugleich kündigte er an, die Politik Dodiks "mit noch größerer Kraft" fortzusetzen.

Bisher war Karan Minister für wissenschaftliche und technologische Entwicklung in der Republika Srpska. Als Präsident wird er nur knapp ein Jahr im Amt sein. Bereits im Oktober 2026 stehen in Bosnien landesweite Parlaments- und Präsidentschaftswahlen an.

Karan (l.) mit seinem Vorgänger und Mentor Milorad DodikBild: Elvis Barukcic/AFP/Getty Images

Dodik wiederum will als Vorsitzender der SNSD die Politik in der Republika Srpska weiter bestimmen. Der serbische Nationalist pflegt gute Beziehungen zum Kreml.

Opposition spricht von Manipulation

Der unterlegene Blanusa machte nicht näher erläuterte Unregelmäßigkeiten für seine Niederlage verantwortlich. "Wenn es keine Manipulationen gegeben hätte, hätte ich heute Abend den Sieg verkünden können", sagte er nach Angaben bosnischer Medien. Seine Partei verlangte die Wiederholung der Stimmabgabe in drei Städten, da es dort zu Wahlbetrug gekommen sei. Konkrete Belege dafür legte er zunächst nicht vor.

Wahlverlierer Branko Blanusa bei der StimmabgabeBild: Elvis Barukcic/AFP/Getty Images

Seit dem Ende des Bosnien-Kriegs (1992-1995) vor 30 Jahren besteht Bosnien-Herzegowina aus zwei Entitäten: der Föderation Bosnien-Herzegowina, in der vor allem Kroaten und Bosniaken (Muslime) leben, sowie die vorwiegend ethnisch serbisch besiedelte Republika Srpska. Die Landesteile sind weitgehend eigenständig in Bereichen, die nicht die Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik betreffen.

gri/pgr (dpa, afp, rtr)
 

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