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PolitikSchweden

Klima-Initiative aus Ozeanien erhält Alternativen Nobelpreis

1. Oktober 2025

Auch Aktivisten aus Myanmar und dem Sudan sowie eine frühere taiwanische Digitalministerin erhalten den Right Livelihood Award, der in der Öffentlichkeit als Alternativer Nobelpreis bekannt ist.

Right Livelihood Award 2025 | Mitglieder der Organisation Pacific Islands Students Fighting Climate Change halten Transparente in die Höhe und recken die Arme nach oben - auf einem Banner steht: "Climate Justice"
"Existenzielles Problem": Mitglieder der Organisation Pacific Islands Students Fighting Climate Change demonstrieren auf Fidschi für Klimagerechtigkeit (Archivbild)Bild: PISFCC/Right Livelihood/dpa/picture alliance

Für ihren Einsatz im Dienste der Klimagerechtigkeit werden Aktivisten aus Ozeanien mit dem diesjährigen Alternativen Nobelpreis geehrt. Die Studentenorganisation Pacific Islands Students Fighting Climate Change (PISFCC) und der Menschenrechtsaktivist Julian Aguon teilen sich die Auszeichnung, "weil sie Klimagerechtigkeit vor den Internationalen Gerichtshof (IGH) gebracht haben, um Staaten rechtlich zum Klimaschutz zu verpflichten", wie die Right-Livelihood-Stiftung mitteilte.

Die Studenten hätten mit ihrer Idee den Grundstein zur entsprechenden Kampagne in dem Pazifikstaat Vanuatu gelegt. Für sie sei der Klimawandel "keine abstrakte Bedrohung". Zyklone zerstörten im östlichen Pazifik ganze Volkswirtschaften, der steigende Meeresspiegel vertreibe Familien, das Salzwasser mache Ernten unbrauchbar. "Für junge Menschen in Ländern wie Kiribati, Tuvalu und den Marshallinseln ist dies ein existenzielles Problem. Bei jeder Flut erleben sie die Auswirkungen des Klimawandels hautnah", hatte PISFCC-Direktor Vishal Prasad im Juli der Nachrichtenagentur AFP gesagt.

Vorkämpfer für Rechte indigener Völker

Der Jurist Aguon von der Pazifikinsel Guam, einem Außengebiet der USA, entwickelte mit seiner Kanzlei die juristische Strategie für den Fall. Der Menschenrechtsanwalt vom Volk der Chamoru widme sein Leben "dem Schutz der Rechte indigener Völker, ihrer Selbstbestimmung und dem Kampf für Klimagerechtigkeit", so die Stiftung.

Kopf hinter der IGH-Klima-Klage: Menschenrechtsaktivist Julian Aguon am Sitz des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (Archivbild)Bild: Right Livelihood/dpa/picture alliance

In seinem ersten Klima-Gutachten hatte der IGH im Juli den Klimawandel als "existenzielle Bedrohung" für die Menschheit eingestuft. Alle Staaten seien daher völkerrechtlich verpflichtet, die Erderwärmung zu bekämpfen und für Klimaschäden aufzukommen, die sie verursacht haben - etwa durch Entschädigungszahlungen an betroffene Länder. Die Entscheidung gilt als Meilenstein des Völkerrechts; sie eröffnet weltweit neue Wege für Klimagerechtigkeit.

"Stärkste Antwort auf Gewalt und Polarisierung"

Right-Livelihood-Geschäftsführer Ole von Uexküll erklärte, gemeinschaftliches Handeln sei "die stärkste Antwort" der Menschheit auf Gewalt, Polarisierung und Klimakatastrophen. Mut und Weitblick der diesjährigen Preisträger schüfen ein "Netz der Hoffnung". Sie zeigten, dass eine gerechtere und lebenswertere Zukunft möglich sei.

Einen Alternativen Nobelpreis erhält auch die Aktivistengruppe Justice For Myanmar. Die Aktivisten würden für ihre "bahnbrechenden Recherchen" ausgezeichnet, "die die internationale finanzielle Unterstützung für die korrupte Militärjunta aufdecken", erklärte die Jury.

"Netz der Hoffnung": Right-Livelihood-Geschäftsführer Ole von Uexküll verkündet die Entscheidungen der JuryBild: Claudio Bresciani/TT/picture alliance

Weitere Preisträger sind Taiwans erste Digitalministerin Audrey Tang und das sudanesische Netzwerk Emergency Response Rooms. Tang, die inzwischen als taiwanische "Cyber-Botschafterin" tätig ist, werde für ihren "visionären Einsatz digitaler Technologien" zur Stärkung der Demokratie und zur Überwindung gesellschaftlicher Spaltung geehrt, hieß es. Emergency Response Rooms baue im Sudan "inmitten von Krieg und Staatszerfall gemeinschaftliche Nothilfe für die würdevolle Versorgung von Millionen von Menschen" auf.

Die Preise werden am 2. Dezember überreicht. Der Right Livelihood Award geht jährlich an Personen oder Organisationen, die beispielhaft auf die dringlichsten Herausforderungen der Menschheit antworten. Bislang wurden insgesamt 203 Preisträger aus 81 Ländern ausgezeichnet. Ins Leben gerufen wurde der Alternative Nobelpreis 1980 vom schwedisch-deutschen Philanthropen Jakob von Uexküll. Leiter der Stiftung ist mittlerweile dessen Neffe Ole von Uexküll.

Der Award ist mit einem Preisgeld verknüpft, das die Arbeit der Preisträger fördern soll und nicht zur persönlichen Verwendung gedacht ist. In diesem Jahr sind das jeweils 800.000 Schwedische Kronen (ca. 72.000 Euro).

Zu den bisher Ausgezeichneten zählen unter anderen die ukrainische Menschenrechtsaktivistin Oleksandra Matwijtschuk, der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege und der US-Bürgerrechtler Bryan Stevenson.

jj/pgr (dpa, afp, epd, kna)

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