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Fackellauf und Protest an der Copacabana

5. August 2016

Die olympische Flamme wird auf ihren letzten Kilometern in Rio gefeiert. Doch unter den Jubel mischt sich auch Protest. Derweil steht fest, dass Brasiliens Fußball-Idol Pelé nicht der letzte Fackelträger sein wird.

Die ehemalige brasilianische Volleyball-Spielerin Isabel Barroso hält an der Cristo-Statue die olympische Flamme in die Luft (Foto: Reuters/P.Olivares)
Bild: Reuters/P.Olivares

Bei strahlend blauem Himmel hat die olympische Flamme auf den letzten Kilometern bei der weltberühmten Cristo-Statue auf dem Berg Corcovado in Rio de Janeiro Station gemacht. Dort reckte die frühere Volleyball-Olympiateilnehmerin Isabel Barroso unter den Armen des Cristo die Fackel in die Höhe, sie hatte Tränen in den Augen. Auch der Erzbischof von Rio, Orani Tempesta, und Bürgermeister Eduardo Paes waren bei der Zeremonie auf dem Corcovado dabei.

Später passierte die Fackel die Strandviertel der Olympiastadt. Der Bürgermeister hatte den Freitag kurzum zum Feiertag erklärt, um Verkehrsprobleme zu vermeiden. Kilometerlange Staus sind in Rio an der Tagesordnung. Viele Menschen waren unterwegs und feierten die Fackelträger. In Ipanema trug auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Fackel.

Proteste gegen Interimspräsident

In Copacabana demonstrierten dagegen einige hundert Menschen lautstark gegen Interimspräsident Michel Temer, dem sie vorwarfen durch ein Bündnis mit der Opposition die linksorientierte Präsidentin Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei gestürzt zu haben. Sie habe keine Verbrechen begangen, daher sei das Amtsenthebungsverfahren allein politisch motiviert. "Das untergräbt unsere Demokratie, Dilma ist rechtmäßig gewählt worden", meinte die Demonstrantin Patricia Satornino.

Rousseff war im Mai suspendiert worden. Ihr wird vorgeworfen, Haushaltszahlen geschönt zu haben, um vor der Präsidentschaftswahl 2014 ihre Chancen zu verbessern. Nach den Olympischen Spielen könnte sie vom Senat endgültig abgesetzt werden. Temer würde dann bis Ende 2018 Präsident bleiben. Der 75-Jährige hatte nach Rousseffs Suspendierung eine Mitte-Rechts-Übergangsregierung gebildet.

Proteste im Schatten der Olympischen RingeBild: picture-alliance/abaca

Die Spiele kommen für Brasilien zur Unzeit

Einige Demonstranten machten auch ihrem Ärger gegen das Sportgroßereignis Luft. Mit Schildern, auf denen die Forderung "Nein zu den Olympischen Spielen" zu lesen war, protestierten sie gegen das Milliardenspektakel in dem krisengeplagten Land.

Brasilien hat für die Ausrichtung der Spiele umgerechnet rund neun Milliarden Euro ausgegeben. Das Land steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Erwerbslosen- und Inflationsraten sind hoch.

Wer entzündet das olympische Feuer?

Wer bei der rund vierstündigen Eröffnungsfeier ab 20.00 Uhr (Ortszeit, 01.00 Uhr MESZ) der letzte der 12.494 Träger des Olympischen Fackellaufs sein und im Maracanã-Stadion das Feuer entzünden wird, ist wie immer bis zum Schluss ein Geheimnis.

Brasilien: Auf Nummer sicher

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Das brasilianische Fußball-Idol Pelé, der lange als Kandidat gehandelt wurde, fällt hingegen als letzter Fackelträger der Eröffnungsfeier aus. Wegen seiner Beschwerden nach zwei Hüftoperationen wird der 75-Jährige auf diese Ehre verzichten. "Momentan habe ich nicht die körperliche Verfassung, um an der Olympia-Eröffnung teilzunehmen. Ich bitte Gott, euch alle zu segnen", hieß es in einer vom brasilianischen TV-Sender Sportv verbreiteten Erklärung des dreimaligen Weltmeisters.

Das Feuer war am 20. April im griechischen Olympia entfacht worden. In Brasilien passierte es 325 Städte, es wurden 20.000 Kilometer auf dem Landweg und 10.000
Kilometer per Flugzeug zurückgelegt. Die ersten Spiele in Südamerika dauern bis zum 21. August. Es werden 306 Goldmedaillen vergeben.

al/uh (afp/dpa)

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