News kompakt: Tödlicher Polizeieinsatz führt zu Chaos in Rio
19. März 2026
Bei einem Polizeieinsatz gegen das organisierte Verbrechen sind in Brasiliens Küstenmetropole Rio de Janeiro mindestens acht Menschen getötet worden. Nach Angaben der Militärpolizei kam auch Claudio Augusto dos Santos ums Leben, einer der meistgesuchten Kriminellen der Stadt. Als Reaktion auf den Polizeieinsatz steckten Bandenmitglieder einen Bus auf einer Hauptverkehrsader in Brand. Dadurch kam es zu einem Verkehrschaos im Zentrum der Millionenstadt.
Die Polizei geht in den dicht besiedelten Armenvierteln von Rio immer wieder mit großer Härte gegen Kriminelle vor. Mächtige Banden ringen dort um die Kontrolle bei Drogenhandel und Schutzgeldgeschäften. Im vergangenen Oktober waren beim blutigsten Polizeieinsatz in der brasilianischen Geschichte mindestens 117 mutmaßliche Kriminelle und vier Polizisten getötet worden.
Trump droht mit Gasfeld-Bombardement im Iran
Die Lage im Iran-Krieg spitzt sich weiter zu. US-Präsident Donald Trump drohte auf seiner Plattform Truth Social dem Regime in Teheran mit einer massiven Bombardierung des wichtigen iranischen Gasfelds "South Pars". Eine solche Attacke des US-Militärs werde es geben, falls der Iran weiter Katars Gasindustrie angreife. Dann reagiere man mit einer "Stärke und Schlagkraft", wie es Teheran nie zuvor gesehen habe. Zugleich betonte der US-Präsident, dass Israel "South Pars" nicht erneut attackieren werde, solange der Iran Katar nicht weiter angreife.
In dem Emirat am Persischen Golf waren an diesem Donnerstagmorgen wieder iranische Raketen eingeschlagen. Die Angriffe hatten nach katarischen Angaben große Schäden an einer für den Weltmarkt bedeutenden Flüssiggasanlage verursacht.
Ausnahme für die Schifffahrt soll Spritpreise in den USA senken
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs wollen die USA ihre Regeln für die Schifffahrt lockern, um den Anstieg der Energiepreise zu dämpfen. Dazu werde der sogenannte Jones Act für 60 Tage ausgesetzt, teilte das Weiße Haus mit. Das mehr als 100 Jahre alte Gesetz sieht vor, dass Frachtgut zwischen US-Häfen nur auf Schiffen transportiert werden darf, die Bürgern der Vereinigten Staaten gehören.
Präsident Trump hatte die Regel bereits 2017 zeitweilig aufgehoben, um Hilfen für das US-Außengebiet Puerto Rico zu erleichtern. Infolge des Iran-Kriegs ist der Transport von Öl und Gas durch die Straße von Hormus am Persischen Golf nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Dadurch sind auch in den USA die Preise für fossile Energieträger nach oben geschnellt.
EU-Spitzenpolitiker beraten über Kriege und Reformen
Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union kommen an diesem Donnerstag in Brüssel zu einem Gipfeltreffen zusammen. Dabei soll es um die Wettbewerbsfähigkeit Europas gehen, aber auch um die Kriege im Iran und in der Ukraine.
Deutschlands Kanzler Friedrich Merz sagte in einer Regierungserklärung am Mittwoch im Bundestag in Berlin, die EU-Kommission müsse prüfen, wo bestehende Gesetze vereinfacht oder ganz gestrichen werden könnten. Was an Regulierung nicht gebraucht werde, müsse weg, so Merz. Die EU müsse ihr Machtpotenzial ausspielen, indem sie ihre Interessen durchsetze und durch interne Reformen an wirtschaftlicher Stärke gewinne. Wörtlich sagte Merz: "Wir wollen uns nicht länger unter Wert verkaufen." Dies gelte auch im transatlantischen Verhältnis. Zugleich betonte er den Wunsch nach einer engen Partnerschaft mit den USA.
Privates Seenotrettungsschiff legt mit Migranten in Italien an
Drei Tage nach der Rettung von mehr als 90 Flüchtlingen und Migranten im Mittelmeer hat die "Sea-Watch 5" alle an Bord verbliebenen Menschen in Italien an Land gebracht. Das Schiff habe in Trapani auf Sizilien angelegt, sagte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst. Nach Angaben der Betreiberorganisation hatten vor der Ankunft bereits 36 Migranten die "Sea-Watch" verlassen können, darunter mehrere Minderjährige.
Der Einfahrt in den Hafen war ein Streit mit den italienischen Behörden vorausgegangen. Diese hatten der "Sea-Watch 5" zunächst den mehr als 1000 Kilometer vom Rettungsort entfernten Hafen Marina di Carrara zugewiesen. Die Besatzung lehnte dies jedoch ab. Den Seenotrettern zufolge befanden sich etliche Erkrankte und eine Schwangere an Bord. Daher habe man sich den offiziellen Anweisungen widersetzt.
Social Media kann das Glücksgefühl der Jugend dämpfen
In vielen Ländern beeinträchtigt eine zu intensive Nutzung bestimmter sozialer Medien das Wohlbefinden junger Menschen - gerade wenn Algorithmen Inhalte von Influencern bewerben. Das zeigt der aktuelle Weltglücksbericht, der jährlich von einem interdisziplinären Forscherteam der Universität Oxford veröffentlicht wird. "Dramatische Rückgänge" des Glücksempfindens wurden demnach bei unter 25-Jährigen in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland verzeichnet, insbesondere bei Mädchen. Positiv werten die Forscher hingegen solche sozialen Medien, die soziale Kontakte fördern.
Finnland bleibt das Land mit den glücklichsten Menschen der Welt. Die Nordeuropäer landen im neunten Jahr in Folge auf Platz eins des Weltglücksberichts. Das vom Krieg zerrüttete Afghanistan wies unter den 147 untersuchten Ländern die niedrigste Lebenszufriedenheit auf.
AR/jj (dpa, afp, rtr, epd, kna, ap, Sea Watch)
Dieser Artikel wurde um 9.15 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.