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Musik

Robert Schumann - das verkannte Genie

Rick Fulker
6. Juni 2017

Zerrissen, genial, manisch-depressiv: Das tragische Schicksal des Komponisten hat die Rezeption seiner Musik negativ beeinflusst. Heute gibt es ein weitaus besseres Verständnis von Robert Schumanns Werken und Wirken.

Komponist Robert Schumann
Bild: picture-alliance/Luisa Ricciar

"Er begann als Genie und endete als Talent", sagte einst der deutsche Komponist Felix Draeseke. Seine Orchestrierung sei "grau in grau" hieß es immer wieder in Musikerkreisen. Manche nannten ihn einen zweitklassigen Komponisten.

Sätze wie diese über Robert Schumann haben sich im Laufe der Jahrzehnte verselbständigt. War es Abscheu vor dem Schicksal des Komponisten, der seine letzten Monate in einer Anstalt für Geisteskranke verbrachte? Selbst seine Ehefrau Clara Schumann und sein Freund Johannes Brahms beschlossen, einige Spätwerke Schumanns der Welt vorzuenthalten. Sie taten es, um seinen Ruf zu schützen, denn ihrer Meinung nach zeugten eben jene Werke von Schumanns fortgeschrittener seelischer Krankheit und seien daher von geringem Wert.

Neue Erkenntnisse - späte Anerkennung 

Erst Ende des 20. Jahrhunderts sind Musikwissenschaftler zu einer Neubewertung der Werke Robert Schumanns gekommen - auch der Spätwerke, die nun als ungemein fortschrittlich gelten. Unbestritten ist, dass er zu den größten Komponisten des 19. Jahrhunderts gehört.

Wie kein anderer verkörperte er die Zeit der musikalischen Romantik. Im Hause Schumann gingen Prominente der damaligen Musikwelt ein und aus - und ohne jede Eitelkeit brachte Schumann seinen Zeitgenossen andere Komponisten näher: den Polen Frédéric Chopin, den Dänen Niels Gade oder den Deutschen Johannes Brahms zum Beispiel.

Robert Schumanns eigene musikalische Innovationen waren so einzigartig, dass es für ihn eigentlich weder stilistische Vorgänger noch Nachfolger gibt. Manche seiner Werke haben Ohrwurmcharakter und werden in der Werbung und in Filmen verwendet - viele wissen gar nicht, wer sie geschrieben hat. Andere Werke - vor allem seine Lieder und seine Kammermusik - erscheinen relativ selten auf Konzertprogrammen. 

Das Bonner Schumannfest, das vom 6. bis zum 18. Juni zum 20. Mal stattfindet, entdeckt den Komponisten immer wieder neu. Stilecht wird seine Musik im winzigen Konzertsaal an seinem letztem Wohnsitz im Schumannhaus zu Gehör gebracht.

Wichtige Etappen in Schumanns Werdegang sehen Sie in der obigen Bildergalerie.

 

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