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Deutschlands Botschafter in Moskau einbestellt

27. April 2026

Die deutsch-russischen Beziehungen sind seit Jahren sehr stark angespannt. Nun erhebt Moskau neue Vorwürfe gegen einen Bundestagsabgeordneten und bestellt Botschafter Lambsdorff ein.

Deutscher Botschafter Alexander Graf Lambsdorff vor dem russischen Außenministerium, er träg einen Hut (Archivfoto)
Der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff war bereits im Juni vom russischen Außenministerium einbestellt worden (Archivfoto)Bild: Sergei Bobylev/TASS/IMAGO

Am Morgen musste der deutsche Botschafter in Russland, Alexander Graf Lambsdorff, ins russische Außenministerium. Grund sei ⁠ein angebliches Treffen ⁠des CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter mit dem tschetschenischen Separatisten ​Achmed Sakajew in Kyjiw, ​teilte das Ministerium ​mit. Dieser ist von Russland als Terrorist zur Fahndung ausgeschrieben.

Auswärtiges Amt: Haltlose Maßnahme

Das Auswärtige Amt in Berlin nannte die Einbestellung des Botschafters eine "völlig haltlose Maßnahme". Die russischen Vorwürfe, die geäußert würden, seien völlig unbegründet, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Treffen mit einem tschetschenischen Separatisten in Kyjiw: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter (Archivfoto)Bild: Bernd Elmenthaler/IMAGO

Der CDU-Politiker Kiesewetter hatte die Ukraine Mitte des Monats besucht. Nach Darstellung des russischen Außenministeriums soll er dort den Anführer der in Russland verbotenen Terrororganisation "Tschetschenische Republik Itschkeria" getroffen haben. Das sei ein Beweis dafür, dass sich Deutschland in die inneren Angelegenheiten Russlands einmische.

Lambsdorff sei vor den "verhängnisvollen Folgen solcher Handlungen gewarnt" worden. "Russlandfeindliche Schritte werden unweigerlich die gebührende Gegenwehr erfahren", heißt es in der Mitteilung weiter.

Kiesewetter bestätigte Treffen

Kiesewetter selbst bestätigte sein Treffen mit Sakajew, wies aber die russische Kritik daran ebenfalls zurück. "Der Terrorstaat Russland sieht Sakajew als Feind, weil er die Ukraine im Verteidigungskampf unterstützt und für eine freiheitliche Tschetschenische Republik Itschkerien steht", erklärte er auf Anfrage gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Selbstverständlich treffe er Achmed Sakajew (Archivfoto), sagte Roderich Kiesewetter Bild: Pawel Supernak/picture alliance/EPA

Russland sei selbst "ein Terrorstaat, der einen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine führt" und "sich ideologisch gegen alle Freiheitsbewegungen" stelle, erklärte Kiesewetter. "Selbstverständlich treffe ich Achmed Sakajew als wichtige Stimme und Unterstützer der Ukraine", fügte er hinzu. "Es ist für mich eher eine Auszeichnung, dass ein solches Treffen richtig ist, wenn es vom Terrorstaat Russland verurteilt wird."

Lambsdorff wurde auch im Juni einbestellt

Lambsdorff hatte vor dem Termin im Ministerium seiner Sprecherin zufolge gesagt: "Der Einbestellung werde ich selbstverständlich Folge leisten. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die russische Seite ihre Vorwürfe belegen kann." Weitere Informationen werde es nach dem Termin im Ministerium geben. Die deutsch-russischen Beziehungen sind seit der russischen Offensive in der Ukraine auf dem Tiefpunkt. Deutschland ist einer der stärksten Unterstützer der Ukraine.

Lambsdorff war bereits im Juni vom russischen Außenministerium wegen einer angeblichen "Verfolgung" russischer Journalisten in Deutschland einbestellt worden. Das Auswärtige Amt in Berlin wies die Vorwürfe damals als "haltlos" zurück.

Kampf an der Seite der Ukraine gegen Russland

Die "Tschetschenische Republik Itschkeria" bildete sich im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion. Sie wird von der Ukraine, aber nicht international anerkannt. Sie erklärte unter ihrem damaligen Anführer Dschochar Dudajew 1991 ihre Unabhängigkeit, was wiederum zu einem Krieg zwischen Russland und den Separatisten führte. Der auch für Terroranschläge verantwortliche Separatistenführer war 1996 bei einem russischen Raketenangriff getötet worden.

Tschetschenische Kämpfer im Ukraine-Krieg

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Heute kämpfen Mitglieder der Itschkeria-Bewegung an der Seite der Ukrainer gegen den russischen Angriffskrieg. Sie waren auch beteiligt an den Kämpfen in den russischen Grenzregionen Kursk und Belgorod, in die ukrainische Streitkräfte in der Vergangenheit eingedrungen waren.

pg/pgr (dpa, afp, rtr)

Redaktionsschluss: 18:00 Uhr (MESZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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