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Tote bei Bombenanschlag auf Moskauer Edelrestaurant

2. August 2026

Berichten zufolge könnte die Attacke einer privaten Feier mit ranghohen Militärs gegolten haben. Unklar ist, ob die Frau, die den Sprengsatz trug, von der Bombe wusste. Die Ermittlungen dauern an.

Einsatzkräfte nach Explosion in Moskauer Restaurant
Sicherheitskräfte sperrten das Restaurant weitläufig abBild: Anastasia Barashkova/REUTERS

Bei einem Bombenanschlag auf ein Edelrestaurant im Zentrum Moskaus sind mindestens drei Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin bezeichnete die Tat in dem beliebten Ausgehviertel als "brutalen Terrorakt". Zu den möglichen Tätern und Hintergründen machten die russischen Behörden zunächst keine Angaben.

Mehrere Nachrichtenkanäle im Onlinedienst Telegram berichteten später, die Zahl der Todesopfer sei auf fünf gestiegen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst jedoch nicht. Das Nationale Antiterror-Komitee sprach weiterhin von drei Toten und teilte mit, die notwendigen Ermittlungen zu der Explosion liefen.

Das Edel-Restaurant befindet sich auf dem Kudrinskaja-Platz in MoskauBild: Sergei Vedyashkin/Moscow News Agency/AP Photo/dpa/picture alliance

Die Schuldigen würden gefunden und bestraft, schrieb Sobjanin auf Telegram. Zugleich sprach er den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Sprengsatz detoniert bei Sicherheitskontrolle

Die Explosion ereignete sich am Samstagabend gegen 20.00 Uhr Ortszeit am Kudrinskaja-Platz nahe dem Moskauer Zoo. Betroffen war das Restaurant "Balzi Rossi", das wegen einer geschlossenen Veranstaltung für die Öffentlichkeit nur eingeschränkt zugänglich war.

Nach Angaben des Antiterror-Komitees versuchte eine Frau, das Restaurant mit einem selbstgebauten Sprengsatz zu betreten. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hielt sie am Eingang auf. Kurz darauf detonierte die Bombe. Die Frau, der Sicherheitsmitarbeiter und ein Gast des Restaurants wurden getötet.

Ein Polizist sichert den Explosionsort in der Moskauer InnenstadtBild: Pavel Bednyakov/AP Photo

Im Internet verbreitete Videos zeigten zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen vor dem abgesperrten Tatort. Die staatliche Nachrichtenagentur RIA veröffentlichte zudem Aufnahmen schwer bewaffneter Sicherheitskräfte. Unmittelbar nach der Explosion hatten staatliche Medien zunächst noch über eine möglicherweise detonierte Gasflasche spekuliert.

Bombe offenbar mit Metallkugeln gefüllt

Die russische Tageszeitung "Kommersant" berichtete unter Berufung auf eigene Quellen, die Bombe sei mit Metallkugeln gefüllt und darauf ausgelegt gewesen, möglichst viele Menschen zu töten oder schwer zu verletzen. Ziel der Attacke seien demnach die Gäste einer privaten Veranstaltung in dem Restaurant beziehungsweise auf dessen Sommerterrasse gewesen.

Der Sprengsatz soll ferngesteuert gezündet worden sein, als die Frau vom Wachpersonal kontrolliert wurde. Nach Darstellung der Zeitung ist es möglich, dass sie selbst nichts von der Bombe wusste. Sie könnte das Paket demnach für ein gewöhnliches Geschenk gehalten haben, das sie lediglich zustellen sollte.

Der mutmaßliche Anschlag galt wohl einem hohen Mitglied des MilitärsBild: Natalia Kolesnikova/Anadolu/picture alliance

Die Behörden bestätigten diese Darstellung zunächst nicht. Auch die Namen der Getöteten und Verletzten wurden nicht bekannt gegeben.

Feier eines Generals möglicherweise Ziel des Anschlags

Russische Militärblogger berichteten bei Telegram, in dem Restaurant habe ein ranghoher General seinen 55. Geburtstag gefeiert. Dabei fiel der Name Alexander Tschajko, der seit Mai Chef der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte sein soll. Er habe in dem Restaurant möglicherweise auch seine Beförderung gefeiert.

Unter den Gästen sollen sich ranghohe Geheimdienstmitarbeiter, Beamte, Abgeordnete und Generäle befunden haben. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Medien berichteten jedoch, dass wegen der Bedeutung der Gäste zahlreiche Mitarbeiter des Föderalen Schutzdienstes (FSO) im Einsatz gewesen seien. Die Behörde ist unter anderem für den Schutz des russischen Präsidenten Wladimir Putin zuständig.

Viele Hintergründe des Anschlags blieben zunächst unklarBild: Natalia Kolesnikova/Anadolu/picture alliance

Tschajko war zuvor stellvertretender Generalstabschef. Im März wurde er nach Angaben des Europäischen Rats wegen seiner Rolle beim Massaker im ukrainischen Butscha kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 mit Sanktionen belegt. Ob Tschajko tatsächlich in dem Restaurant war und ob die mutmaßliche Feier das Ziel des Anschlags war, blieb zunächst ungeklärt.

Mehrere Anschläge auf Militärs und Kriegsbefürworter

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 sind in Russland wiederholt ranghohe Militärs und prominente Unterstützer des Kriegs Ziel von Anschlägen geworden.

Im Februar dieses Jahres wurde der stellvertretende Chef des russischen Militärgeheimdienstes, Wladimir Alexejew, bei einem Anschlag schwer verletzt. Im April 2025 kam Generalleutnant Jaroslaw Moskalik bei der Explosion einer Autobombe nahe Moskau ums Leben. Russland machte die Ukraine für die Tat verantwortlich.

Im Dezember 2024 wurde Igor Kirillow, der Chef der russischen ABC-Abwehrtruppen, bei einem Bombenanschlag in Moskau getötet. Der ukrainische Geheimdienst bekannte sich zu der Tat und bezeichnete solche Anschläge als Teil des Abwehrkampfes gegen den russischen Angriffskrieg.

Bereits im August 2022 war die russische Nationalistin Darja Dugina bei der Explosion einer Autobombe ums Leben gekommen. Im April 2023 wurde der Militärblogger Maxim Fomin, bekannt unter dem Namen Wladlen Tatarski, durch einen Sprengsatz in einem Café in St. Petersburg getötet.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB wirft ukrainischen Geheimdiensten regelmäßig vor, Menschen in Russland für Terror- und Sabotageakte anzuwerben. Dutzende Verdächtige befinden sich deshalb nach russischen Angaben in Haft. Anfang des Jahres hatte der FSB angekündigt, den Schutz hochrangiger Militärs zu verstärken.

pgr/gri (dpa, afp, rtr)

Redaktionsschluss: 17.45 Uhr (MESZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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