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Rekordgewinn und Warnungen bei Ryanair

21. Mai 2018

Der irische Billigflieger bleibt Europas Nummer eins. Trotz Streiks der Piloten und gestrichener Flüge verbucht Ryanair einen Rekordgewinn. Für das aktuelle Geschäftsjahr ist der Konzernchef aber pessimistischer.

Ryanair-Maschine
Bild: picture alliance/dpa/D. Bockwoldt

Höhere Kosten und stagnierende Ticketpreise – für das laufende Geschäftsjahr erwartet Ryanair einen Rückgang der Gewinne. "Der Ausblick für 2018/19 ist auf der pessimistischen Seite von vorsichtig", sagte Konzernchef Michael O'Leary bei der Veröffentlichung der Bilanz für das im März zu Ende gegangene Geschäftsjahr.

Sinkende Ticketpreise und rund 20.000 gestrichene Flüge hatten Europas größten Billigflieger allerdings nicht vom Wachstumskurs abgebracht. Der Gewinn kletterte um zehn Prozent auf 1,45 Milliarden Euro. Vor allem in Deutschland, Italien und Spanien stiegen mehr Passagiere in die blau-weißen Flieger.

Pessimistischer als Konkurrenz

O'Leary erwartet, dass das auch in diesem Jahr weitergeht. Trotzdem peilt er für das laufende Geschäftsjahr nur noch einen Gewinn von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro an. Zwar werde der Umsatz steigen, aber im Ergebnis würden sich höhere Kosten negativ bemerkbar machen.

Allein die Treibstoffrechnung werde in diesem Jahr um rund 400 Millionen Euro wachsen.

Für das laufende Jahr peilt der irische Billigflieger einen Anstieg von sieben Prozent auf 139 Millionen Fluggäste an. Doch bei den Ticketpreisen erwartet der Konzernchef Gegenwind: "Die Buchungen sind stark, aber die Preise bleiben gedämpft." Er rechne mit stagnierenden Ticketpreisen, sagte O'Leary und gab sich damit pessimistischer als die Rivalen. Easyjet etwa peilt für sein bis Ende September laufendes Geschäftsjahr ein Gewinnplus von 30 Prozent an.

Gewerkschaften – neue Realität

Die Fluglinie hatte im Dezember erstmals in seiner Geschichte Gewerkschaften zugelassen, streitet nun aber in mehreren europäischen Ländern mit Piloten und Flugbegleitern, was auch schon zu Streiks führte. Diese schloss O'Leary auch für die Zukunft nicht aus: "Wenn man Gewerkschaften zulässt, heißt das, dass es gelegentlich Streiks geben wird."

Niki Lauda und Michael O'Leary posieren vor einer gemeinsamen PressekonferenzBild: Reuters/H.-P. Bader

O'Leary kündigte an, mehrere Hundert neue Piloten und Crewmitglieder einzustellen - unter anderem ehemalige Mitarbeiter von Air Berlin. So schnell wie möglich will er zudem die Mehrheit an Niki Laudas neue Fluglinie Laudamotion übernehmen. Im April hatte Ryanair zunächst knapp ein Viertel der Anteile gekauft. Wegen teurer Leasingverträge mit der Lufthansa werde Laudamotion zwar zwei Jahre lang große Verluste einfliegen, danach aber profitabel sein, erklärte O'Leary.

nm/sti (rtr,dpa)

 

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