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KatastropheAsien

Südostasien kämpft gegen verheerende Überschwemmungen

Veröffentlicht 28. November 2025Zuletzt aktualisiert 28. November 2025

Starker Regen, Erdrutsche und überflutete Straßen haben in Südostasien große Schäden angerichtet. Mehrere hundert Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Helfer versuchen, abgeschnittene Orte zu erreichen.

Menschen am Flussufer während Überschwemmung in West-Sumatra
Auf der indonesischen Insel Sumatra kam es zu starken ÜberschwemmungenBild: Rezan Soleh/AFP/Getty Images

Seit einer Woche werden große Teile Indonesiens, Malaysias und Thailands von schwersten Regenfällen heimgesucht, ausgelöst durch einen Tropensturm. Auch auf der südasiatischen Insel Sri Lanka kamen Menschen durch einen Zyklon ums Leben.

Die Behörden der betroffenen Länder arbeiten unter Hochdruck daran, Menschen zu retten, abgeschnittene Regionen zu versorgen und die Stromversorgung wiederherzustellen. 

Ein Meter hohes Wasser auf Sumatra

Auf der besonders hart getroffenen indonesischen Insel Sumatra sind bis Freitagmorgen 174 Tote bestätigt worden, wie Abdul Muhari, Sprecher der nationalen Katastrophenschutzbehörde, mitteilte. 79 Menschen wurden
zudem noch vermisst. In der Region Padang Pariaman kämpften Bewohner mit Wasserständen von mindestens einem Meter Höhe. "Uns gehen die Vorräte und das Essen aus", sagte der 40-jährige Anwohner Muhammad Rais.

Rettungskräfte bringen Anwohner mit Schlauchbooten im Norden Sumatras in SicherheitBild: Yt Hariono/AFP/Getty Images

Sumatra ist fast so groß wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen und liegt ganz im Westen des südostasiatischen Inselstaates auf dem Äquator. Südöstlich von Sumatra liegt die indonesische Hauptinsel Java mit der Hauptstadt Jakarta.

Die meisten Opfer in Indonesien ertranken oder starben bei Erdrutschen, wie der Katastrophenschutz erklärte. Dutzende Menschen werden noch vermisst. Besonders betroffen sind die Regionen Aceh sowie der Norden und Westen Sumatras. Einsatzkräfte suchen unermüdlich nach Überlebenden und versuchen, Menschen aus abgelegenen Gebieten in Sicherheit zu bringen.

Helfer versuchen, abgeschnittene Orte zu erreichen

Ununterbrochene Regenfälle hatten zuvor Flüsse zum Überlaufen gebracht und Sturzfluten sowie Schlammlawinen ausgelöst, die ganze Dörfer verwüsteten. Viele Häuser, Straßen und Brücken wurden beschädigt. Retter sind mit Hubschraubern im Einsatz, um Hilfsgüter in abgeschnittene Orte zu bringen. In der Monsunzeit zwischen November und März kommt es in Indonesien regelmäßig zu schweren Überschwemmungen.

Infrastruktur zerstört: Diese Brücke im Norden Sumatras ist durch die Sturzfluten eingestürztBild: Chaideer Mahyuddin/AFP/Getty Images

Priorität habe derzeit, durch Erdrutsche blockierte Straßen wieder freizuräumen, Brücken zu reparieren und Lebensmittel sowie medizinische Güter in isolierte Gebiete zu transportieren. Auch die Wiederherstellung von Strom- und Mobilfunknetzen laufe auf Hochtouren, teilten die Behörden mit.

Rekordregenfälle in Thailand und Malaysia

Auch in Thailand steigt die Zahl der Flutopfer weiter. In der Provinz Songkhla an der Grenze zu Malaysia kamen nach Behördenangaben mindestens 110 Menschen ums Leben. Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf das Gesundheitsministerium von insgesamt 145 Toten in allen südlichen Provinzen.

Besonders schlimm von dem Hochwasser betroffen ist die Stadt Hat Yai, eine wichtige Handelsmetropole. Vorausgegangen waren Rekordregenfälle. Dem Katastrophenschutz zufolge ist das Leben von rund 2,9 Millionen Menschen in neun der 14 südlichen Provinzen von den Überschwemmungen beeinträchtigt. Die Zeitung "Khaosod" sprach vom schlimmsten Hochwasser in der Region seit Jahrzehnten.

Menschen waten durch überflutetes Gebiet in Songkhla in ThailandBild: Athit Perawongmetha/REUTERS

In Malaysia, wo zwei Todesfälle bestätigt wurden, traf der Tropensturm Senyar gegen Mitternacht auf Land und schwächte sich anschließend ab. Das Außenministerium in Kuala Lumpur teilte mit, es habe bereits 1459 malaysische Staatsangehörige aus Thailand in Sicherheit gebracht.

Geschlossene Schulen und Zwangsfeiertag auf Sri Lanka

Auf Sri Lanka richtete der Zyklon "Ditwah" schwere Verwüstungen an. Bisher sind mindestens 46 Menschen durch Überschwemmungen und Erdrutsche ums Leben gekommen, wie das Katastrophenschutzzentrum mitteilte. Besonders viele Opfer gab es im gebirgigen Inselinneren. Mehr als 20 weitere Menschen gelten als vermisst.

Auf Sri Lanka werden nach einem Zyklon noch zahlreiche Menschen vermisstBild: Ishara S. Kodikara/AFP

Das staatliche Wetteramt warnte im Onlinedienst Facebook Fischer vor dem Auslaufen. Schulen blieben laut Medienberichten geschlossen, für Behörden wurde ein Feiertag ausgerufen. Der Zyklon befand sich am Morgen (Ortszeit) etwa 50 Kilometer südlich von Trincomalee an der Ostküste Sri Lankas. Die Regenfälle dauern seit zwei Tagen an und erreichten in einigen Gebieten historische Höchstwerte. Laut Wetterbehörde soll der Zyklon weiter nach Norden ziehen und am Samstag Südindien erreichen.

Sri Lankas Präsident Anura Kumara Dissanayake wies laut der indischen Zeitung "The Hindu" die Tourismusbehörden an, sicherzustellen, dass wichtige Dienstleistungen für ausländische Besucher aufrechterhalten bleiben. Fluggesellschaften meldeten bereits Ausfälle. Angaben zur Zahl möglicher betroffener Touristen liegen zunächst nicht vor.

pgr/se (dpa, afp, rtr)

Redaktionsschluss 17.45 Uhr (MEZ) - Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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