Die geografische Lage der Pazifischen Inselstaaten bringt es mit sich, dass sie in den Fokus der Machtinteressen großer Nachbarländer geraten, und das schon seit Jahrhunderten, von der Kolonialzeit über den Zweiten Weltkrieg und den Kalten Krieg bis in die Gegenwart. Die Inseln waren Schauplatz blutiger Schlachten und verheerender Atomtests.
Heute sind es Länder wie Australien, China oder den USA, die in der Region geostrategische oder wirtschaftspolitische Interessen verfolgen, etwa den Abbau von Rohstoffen oder die Errichtung von Militärbasen. Das macht die Inselstaaten mitunter zum Spielball der Großmächte. Gleichzeitig sehen sie sich einer existentiellen Gefahr ausgesetzt: dem Klimawandel.
Im Pazifischen Inselforum arbeiten die Regierungen zusammen, um sich nicht auseinanderdividieren zu lassen. Länder wie die Salomonen und Vanuatu verhandeln Abkommen mit China und Australien und spielen diese gegeneinander aus. Kiribati und andere haben es geschafft, den Zugang zu ihren riesigen Fischbeständen als Verhandlungsmasse einzusetzen.
Vanuatu trieb eine UN-Initiative voran, die zu einem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs führte, das klarstellt, dass der Schutz des globalen Klimasystems eine rechtliche Verpflichtung ist - und keine politische Entscheidung. Ein Meilenstein. Aber noch kein Durchbruch. Tuvalu bereitet sich deshalb auf den schlimmstmöglichen Fall vor: Ein digitaler Zwilling des Landes, seiner Menschen und ihrer Kultur soll weiterexistieren, falls der Staat dem Klimawandel zum Opfer fällt.
