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Schadensbilanz nach "Rita"

Daniel Scheschkewitz, zurzeit Houston25. September 2005

Die Zerstörung nach Hurrikan "Rita" ist an der US-Golfküste geringer als zuerst befürchtet. Doch die Behörden warnen noch vor einer Rückkehr der Menschen. DW-Korrespondent Daniel Scheschkewitz berichtet aus Houston.

Lake Charles unter WasserBild: AP

Noch immer stürmt und regnet es in Teilen von Ost-Texas und dem westlichen Louisiana. In vielen Orten hat der Orkan am Samstag (24.9.2005) die Stromleitungen und Telefonmasten niedergerissen. In Galveston, einer dem Festland vorgelagerten Insel im Golf von Mexiko, brannten zwei Häuser im historischen Zentrum der Stadt nieder, wobei eine Person schwer verletzt wurde. Die Insel bleibt vorerst für ihre Bewohner geschlossen. "Ich würde gern die ganze Welt sofort hier begrüßen, aber es ist nicht sicher. Ich bitte die Bevölkerung, uns noch einige Tage Zeit zu geben", sagte Bürgermeisterin Ann Thomas. Gesicherte Angaben über Opfer und Schäden in allen betroffenen Gebieten gibt es noch nicht.

"Es ist gefährlich in der Stadt"

Inzwischen sind Einheiten der texanischen Nationalgarde in den am schwersten vom Sturm betroffenen Gebieten eingetroffen. Die Behörden versuchen die Überlandstraßen für die Hilfsfahrzeuge frei zu halten. Auch der Bürgermeister der Vier-Millionen-Metropole Houston, Bill White, appellierte an die Bevölkerung, vorerst noch nicht in die Stadt zurückzukehren: "Das Wasser in den Kanälen steigt noch, es gibt keine Garantie, dass Sie auf dem Weg nach Hause Benzin finden. Es ist gefährlich in der Stadt. Vor allem aber müssen Sie sich zurückhalten, damit die Rettungsfahrzeuge durchkommen können."

"Wir sind voll getroffen worden"


In der Stadt Houston, an der das Sturmzentrum östlich vorbeigezogen war, blieb der Schaden gering. Anders in der texanischen Kleinstadt Orange an der Grenze zum Bundesstaat Louisiana. Hier bezifferte Bürgermeister Brown Claybar die Sturmschäden so: "Wir sind voll getroffen worden. Ich würde sagen 90 Prozent aller Geschäfte in der Stadt sind beschädigt. Eine enorme Zahl von Häusern wurden durch umstürzende Bäume zerstört."

Nächtliche Ausgangssperre

In Lake Charles, einer 70.000-Einwohner-Stadt in West-Louisiana, trat der See über die Ufer und überschwemmte große Teile der Stadt. Der Bürgermeister rief die Nationalgarde zu Hilfe und verhängte eine nächtliche Ausgangssperre. Insgesamt schienen die Behörden in den vom Hurrikan betroffenen Gebieten dieses Mal besser vorbereitet zu sein, als noch vor drei Wochen während des Hurrikans "Katrina".

In vielen Orten im Sturmgebiet hatte man Notunterkünfte bereitgestellt. "Wir konnten diese Menschen über Nacht in Sicherheit bringen. Sie sind warm und trocken, wir haben Frühstück für 6000 Menschen ausgeteilt. Und wenn der Sturm endgültig vorbei ist, werden wir die Gemeinden ausfindig machen, in denen unsere Hilfe am nötigsten gebraucht wird", sagte Carol Yeverlton vom Roten Kreuz in Houston.

Neue Überschwemmungen in New Orleans nachdem Hurrikan 'Rita' darüber hinweg gefegt ist.Bild: AP

Tornados und weitere Überschwemmungen

Für die US-Bundesstaaten Mississippi und Arkansas warnt das US-Wetteramt jetzt vor Tornados und Überschwemmungen nach Hurrikan "Rita". Sonntag und in der Nacht zum Montag (26.9.) gebe es ergiebige Regenfälle mit Windgeschwindigkeiten um 60 Kilometer in der Stunde. In den südlichen Teilen der Bundesstaaten Louisiana und Mississippi warnten die Meteorologen am Sonntag zudem vor starken Überschwemmungen. "Rita", die zu einem Tropensturm herabgestuft wurde, zog am Sonntag von der Golfküste in nördliche Richtung.

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