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Film

Al Pacino ist 80

Sven Töniges
25. April 2020

Als "Der Pate" oder manisches "Scarface" wurde Al Pacino berühmt. Doch der Hollywood-Schauspieler hat auch andere Seiten. Seine große Liebe gilt unter anderem Shakespeare. Jetzt wurde er achtzig.

Die British Academy of Film and Television Awards in der Royal Albert Hall in London
Bild: Reuters/T. Melville

Corleone - die sizilianische Mafia-Metropole spielt im Leben von Al Pacino eine zentrale Rolle. Zum einen stammt seine Familie mütterlicherseits von dort. Zum anderen gab sie dem ikonischen Mafiosi Michael Corleone in der Film-Trilogie "Der Pate" seinen Namen. Diese Rolle ist es auch, die Al Pacino zum Hollywood-Star machte - und in den Augen mancher Kritiker sogar zu einem der größten Filmschauspieler des 20. Jahrhunderts.

"Der Pate" 1972: Al Pacino (2.v.r.) als Michael Corleone neben Marlon Brando (2.v.l.) als Don Vito CorleoneBild: picture alliance

Angefangen hatte alles indes nicht in Sizilien, sondern im New Yorker Stadtteil East Harlem, wohin seine Vorfahren ausgewandert waren, und wo Alfredo James Pacino, kurz AL Pacino, am 25. April 1940 geboren wurde. Seine Eltern ließen sich scheiden als er zwei Jahre alt war. Er wuchs bei seiner Mutter und den Großeltern in den prekären Verhältnissen der Bronx auf. Die Schauspielerei lag ihm im Blut. Laut seinem Biografen Lawrence Grobel wurde er bereits in seiner Teenager-Clique "The Actor" - der Schauspieler - genannt.

Lehre bei Lee Strasberg

Tatsächlich wagte und schaffte Al Pacino den großen Schritt: Er wurde aufgenommen in der New Yorker Schauspielschule von Lee Strasberg, dem legendären Schauspiellehrer und Erfinder der Technik des Method Acting. Es war ein Tag, an den er sich noch lange erinnern sollte, denn Strasberg - der die neuen Schüler höchstpersönlich begrüßte - sprach als gefühlt erster Amerikaner Al Pacinos italienischen Nachnamen richtig aus. So erzählt es der Schauspieler später. 

Bald schon folgten erste Theater-Engagements. In einem Off-Broadway-Stück entdeckte ihn der Filmproduzent Martin Bregman. Er wurde Pacinos Türöffner in Hollywood.

1971 bekam Al Pacino im Manhattan-Drama "Panik im Needle Park " seinen ersten größeren Filmauftritt. Im Rennen um die Hauptrolle hatte er einen gewissen Robert de Niro ausgestochen. Die beiden US-amerikanischen Schauspieler mit italienischen Wurzeln blieben stets eng miteinander verbunden - mal in Konkurrenz und Rivalität, mal als Kollegen in gemeinsamen großen Filmen. Und schließlich in enger Freundschaft.

Robert de Niro (l.) und Al Pacino im Februar bei der Oscarverleihung in Los AngelesBild: Getty Images/A. Sussman

Legendär: Al Pacino in "Der Pate"

"Panik im Needle Park" ebnete Pacino den Weg zu einem der großen Filmkunstwerke des 20. Jahrhunderts. 1972 besetzte Francis Ford Coppolla ihn in seiner Mafia-Trilogie "Der Pate" für die Rolle des Michael Corleone, dem zaudernden Sohn von Mafiaboss Don Vito, gespielt von Marlon Brando. Zwei seiner insgesamt neun Oscar-Nominierungen verdankte Pacino dieser Darstellung in "Der Pate".

Einmal erhielt er die Trophäe dann auch: 1992 als bester Hauptdarsteller in dem Film "Der Duft der Frauen". Hier konnte Pacino seine darstellerische Grandezza einmal jenseits all der Mafia- und Gangster-Rollen ausspielen, auf die er nach "Der Pate" quasi abonniert war.

Knapp ein Jahrzehnt zuvor hatte er mit einer weiteren Gangsterrolle von sich reden gemacht: als manischer Mafiosi in Brian de Palmas "Scarface" von 1983. Ein Part, den er bis zum Exzess ausfüllte.

Treue zum Theater - und zu Shakespeare

Längst etabliert im Hollywood-Olymp blieb der Shakespeare-verrückte Pacino auch dem Theater treu. Der einstige Mafia-Pate gab gern und gefeiert gebrochene Shakespeare-Charaktere wie "King Lear" und Richard III". Oder auch Brechts "Arturo Ui". Mit fast 80 Jahren tauchte Pacino abermals in einem Mafia-Epos auf der Leinwand auf: Martin Scorsese besetzte ihn 2019 für "The Irishmen". Wieder mit dabei: Robert de Niro - und Harvey Keitel, Pacinos Freund aus gemeinsamen Studienzeiten bei Lee Strasberg. "Ich vermisse New York", sagte der seit langem mit seiner Familie in Los Angeles lebende Pacino kürzlich in einem Interview. Dabei gab er auch zu Protokoll, dass Shakespeares "Hamlet" sein Lieblings-Stück sei. Leider aber habe er verpasst, ihn zu spielen.

Shakespeare-Liebhaber: Al Pacino als Richard III. in dem Film "Looking for Richard" (1997) Bild: picture-alliance / dpa
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