In das hohe Lied auf Frankreichs Küche mischen sich Misstöne. Der Präsident der Französischen Zentrale für Tourismus hat den Zustand vieler französischer Restaurants kritisiert.
Der Standard in französischen Bistros gehe seit Jahren zurück, so Philippe Faure, Präsident von Frankreichs Tourismusvermarktung "Atout France": "Vor 40 Jahren konnten Sie durch das ganze Land reisen und alle 20 Kilometer für ein gutes Essen anhalten. Überall gab es gute Restaurants." Heute sei das nicht mehr so. Wenn man ohne Gastronomieführer durch Frankreich führe, habe man kaum eine Chance, zufällig auf ein gutes Restaurant zu treffen. Da seien die Möglichkeiten in der Schweiz, Spanien oder Italien größer.
Elsässer Flammkuchen, ein Klassiker der französischen KücheBild: picture-alliance / dpa / Stockfood
Auch in den Großstädten sei die Situation nicht besser, betont Faure: "Zu wenige gute Bistros und zu wenige junge Leute, die gerne gut kochen wollen."
Bei aller Kritik befinden sich die beiden besten Restaurants der Welt in französischer Hand: "Guy Savoys Riverside" in Paris und das "Le Bernardin" in New York, geführt vom in Frankreich geborenen Eric Ripert. Das geht aus dem internationalen Gastronomie-Ranking "La Liste" 2019 hervor, das seit vier Jahren die weltweit 1000 besten Restaurants auszeichnet - und dessen Initiator Philippe Faure ist.
Im Film "Brust oder Keule" parodiert Louis de Funès schon 1976 den Kampf zwischen hoher französischer Küche und FastfoodBild: picture-alliance/United Archives/IFTN
Das Ranking wertet Millionen von Rezensionen aus und fasst sie in einer App zusammen. Basis sind Bewertungen von Gastroführern wie dem Guide Michelin, Zeitungen wie der New York Times und von Onlineportalen wie Yelp oder Tripadvisor. "La Liste" wurde 2015 als Gegengewicht zum britischen Restaurantführer "The World's 50 Best Restaurants" gegründet, dem seit langem vorgeworfen wurde, Frankreichs Küche zu diskreditieren.
fm/ks (france.fr, leparisien.fr, AFP)
Sommer so blau - Côte d'Azur
Die Provence mit ihrer berühmten Côte d'Azur zählte im Sommer 2022 zu den beliebtesten Destinationen in Europa. Kein Wunder, denn hier sorgen Strände, Buchten und malerische Städtchen für das perfekte Urlaubsgefühl.
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Der Weg ist das Ziel
Wer mit dem Auto die Küstenstraße entlang fährt, den erwarten etwa 250 hinreißend schöne Kilometer zwischen Cassis und Menton. Felsformationen und Sandstrände wechseln sich ab. Buchten laden zu einem Bad ein, kleine Städtchen zu einer Begegnung mit französischer Lebensart. Wie hier der Ort Le Lavandou.
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Cassis und die Calanques
Im Hafenstädtchen Cassis erwartet Besucher ein Naturerlebnis - der Nationalpark Calanques. Sein Merkmal sind fjordähnliche Buchten, die von zerklüfteten, hohen Felsen umrahmt sind. Von Cassis aus werden Bootsfahrten dorthin angeboten.
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Saint Tropez
Am Strand von Saint Tropez wurde 1955 ein Film gedreht: "Und ewig lockt das Weib" mit Brigitte Bardot. Es war der Startschuss für Bardots Filmkarriere und für die rasante Entwicklung von Saint Tropez. Der verträumte Ort mauserte sich zum Tummelplatz der internationalen Society. Im Sommer ist die Stadt hoffnungslos überfüllt - von Promis, ihren Fans und sonnenhungrigen Touristen.
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Saint-Raphaël
Die abwechslungsreiche Küste mit ihren verwunschenen Buchten ist ein beliebtes Revier für Wassersportler. Nur aus der Distanz, vom Meer aus, kann man die ganze Côte d'Azur sehen. Wer das erleben will, sollte in einer der Küstenstädte unbedingt eine Tagestour buchen. Und auch die Häfen an der blauen Küste sind eine Augenweide. Dieser hier gehört zu Saint-Raphaël.
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Corniche d'Or
Corniche bedeutet Klippenstraße. Die "Corniche d'Or" - goldene Klippenstraße - zwischen Fréjus und Mandelieu gilt als eine der schönsten Strecken der Côte d'Azur. Sie heißt so, weil die Felsen in der Sonne intensiv rot und golden leuchten. Vorsicht ist angebracht: Die überwältigenden Ausblicke lassen die Autofahrer immer wieder unvermittelt auf die Bremse treten.
Wer Cannes hört, denkt sofort an das berühmte Filmfestival. Sein magisches Zentrum ist jedes Jahr der Boulevard de la Croisette. Hier stehen die schicken großen Luxushotels. Der Bau der Flaniermeile Croisette 1868 läutete die Verwandlung des ehemaligen Fischerdorfes Cannes ein. Es legte eine Blitzkarriere hin und wurde Lieblingsdomizil des europäischen Adels - mit Sonnengarantie.
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Antibes und Picasso
1946 lebte der spanische Maler Pablo Picasso drei Monate in einem renovierungsbedürftigen Schloss in Antibes. Malereien, Zeichnungen, Bildteppiche und Keramiken - zahlreiche Werke, die er dort schuf, schenkte er später der Stadt. Die machte aus dem Schloss 1966 ein Picasso-Museum. Besucher können hier sehr gut nachvollziehen wer und was den Ausnahmekünstler in Antibes inspirierte.
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Nizza
Der fünf Kilometer lange Stadtstrand mit dazugehöriger Flaniermeile, der "Promenade des Anglais" ist Nizzas Wahrzeichen. Sie wurde im 19. Jahrhundert für die betuchten Winterurlauber aus Großbritannien erbaut. Heute freuen sich Jogger, Radler und Spaziergänger über die kluge Investition. Einen guten Blick auf Nizza samt Strand und Promenade hat man vom Colline du Château über der Altstadt.
Was liegt mitten in Frankreich und ist doch völlig eigenständig? Monaco. Der glamouröse Stadtstaat zwischen Nizza und Menton ist der zweitkleinste Staat der Welt. Seit 1955 wird er alljährlich zum Schauplatz für den Formel-1-Zirkus. Beim Großen Preis von Monaco verwandeln sich die normalen Straßen in eine höllisch anspruchsvolle Rennstrecke.
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Menton
In Menton machen hauptsächlich Franzosen und Italiener Urlaub. Fernab vom Rummel von Cannes oder Nizza. Menton ist authentisch und entspannt. Im Winter ist das malerische Städtchen der wärmste Ort an der Côte d'Azur. Zitrusfrüchte gedeihen hier besonders gut. Was immer im Februar mit einem farbenfrohen Zitronenfest gefeiert wird.