1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Terrorfahndung

Wim Abbink30. Juni 2007

Einen Tag nach der Vereitelung einer Anschlagserie in London hat die Terror-Angst in Großbritannien durch einen Zwischenfall am Flughafen von Glasgow neue Nahrung erhalten.

Brennendes Auto am Flughafenterminal Glasgow
Explosion am Flughafen Glasgow löste eine Panik ausBild: AP

Ein brennender Jeep fuhr nach Polizeiangaben am Samstag (30.6.) in die zentrale Abfertigungshalle des größten schottischen Flughafens. Die Polizei nahm kurz darauf zwei Menschen fest und schloss den Airport vollständig. Zu möglichen Opfern konnte eine Polizeisprecherin zunächst keine Angaben machen. Auch sei noch unklar, ob es sich um einen Terroranschlag gehandelt habe, sagte sie. Ein Regierungssprecher sagte allerdings laut BBC, der Vorfall werde nicht wie eine nationale Sicherheitsbedrohung gesehen.

Sicherheitsbehörden und Minister der neuen Regierung unter Premierminister Gordon Brown trafen sich am Samstag, um über weitere Konsequenzen aus den vereitelten Anschlägen von London zu beraten. Die britische Polizei hatte am Freitag zwei Autobomben mit Gas, Benzin und Nägeln entschärft, die bei einer Explosion hunderte Menschen hätten töten können.

Der neue britische Premier Gordon BrownBild: AP

Auch wenn das Leben in London sich inzwischen weitgehend normalisiert hat: Es herrscht weiterhin Terroralarm. Die britische Polizei hat die Terroristen-Fahndung intensiviert. In die Ermittlungen seien inzwischen auch andere Länder eingeschaltet worden, hieß es am Samstag (30.6.) bei der BBC. Von dem Sender befragte Sicherheitsexperten erklärten, die geplanten Autobombenanschläge hätten die Handschrift der Terrororganisation El Kaida erkennen lassen.

Evakuierung im Ausgehviertel

Sicherheitskräfte werteten in der Nacht Filme der Videoüberwachung in den umliegenden Straßen der Bombenfunde aus, um möglicherweise die Fahrer der Autos zu identifizieren. Der erste Sprengsatz wurde am Freitagmorgen in der Nähe eines Nachtclubs entdeckt, nachdem Sanitäter, die vor Ort einen Kranken behandelten, aus dem Wagen strömendes Gas rochen, sagte der Chef der Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard, Peter Clarke. Der Wagen war nach Informationen des Senders Sky-News ein grünmetallicfarbener Mercedes.

Der erste Sprengsatz in dem mit Benzin und Nägeln präparierten Wagen hätte zahlreiche Menschen töten können, erklärte Scotland Yard. Nach einem Bericht der britischen Zeitung "The Telegraph" hätten durch diese Bombe am Haymarket nahe Piccadilly Circus mindestens 100 Menschen sterben können. Die Disko mit rund 500 Gästen wurde nach dem Bombenfund evakuiert. Haymarket liegt im westlichen Teil der Londoner Innenstadt, wo sich die meisten Theater sowie viele Restaurants, Kinos, aber auch Büros befinden. Am Freitagabend waren die meisten Bars und Clubs jedoch wieder geöffnet.

Zündung per Handy?

Später wurde in einem Auto in der Nähe des Hyde Parks ebenfalls ein Sprengsatz entdeckt. Es gebe eine klare Verbindung zwischen den beiden Funden, sagte Clarke. Jedoch sei es zu früh, etwas über die mutmaßlichen Täter und deren Absichten zu sagen. Die Zeitung "Independant" zitierte Regierungsquellen, wonach die Bomben mit Mobiltelefonen hätten gezündet werden sollen. Die frühere Geheimdienstexpertin Pauline Neville-Jones sagte BBC, sie vermute eine Verbindung zum Terrornetzwerk El Kaida. Der vereitelte Anschlag habe der neuen britischen Regierung gegolten.

Auch am Hyde Park wurde ein Bombenauto entdecktBild: AP

Die Funde ereignete sich knapp zwei Jahre nach den Anschlägen auf Londoner U-Bahnen und einen Bus; dabei waren am 7. Juli 2005 insgesamt 56 Menschen getötet worden. Die Selbstmordattentäter hatten alle einen britischen Pass.

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen