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Politik

Schweigeminute für die Opfer von Trier

3. Dezember 2020

Zwei Tage nach der Amokfahrt eines 51-Jährigen in Trier mit fünf Toten und vielen Verletzten haben in ganz Rheinland-Pfalz Menschen im Gedenken an die Opfer innegehalten: Genau um 13.46 Uhr, als die Todesfahrt begann.

Deutschland nach der Amokfahrt von Trier | Gedenken
Bild: Harald Tittel/dpa/picture alliance

Gleichzeitig begannen in Trier die Kirchenglocken mit einem vier Minuten langen Gedenkgeläut - so lange wie die Amokfahrt bis zur Festnahme des Mannes gedauert hatte. Auch viele Kirchen im gesamten Bistum Trier ließen ihre Glocken läuten.

In Trier kamen der Oberbürgermeister und der Stadtvorstand vor dem Rathaus zusammen. "Lassen Sie uns zeigen, wie stark und solidarisch die Menschen dieser Stadt sind. Trier steht zusammen", hatte Wolfram Leibe (SPD), der Oberbürgermeister der rheinland-pfälzischen Stadt, zuvor an die Bürger appelliert.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Leibe im Gedenken an der Porta NigraBild: Harald Tittel/dpa/picture alliance

An der Porta Nigra am zentralen Trauerort versammelten sich nach Angaben der Stadt rund 500 Menschen. Auch über Trier hinaus trafen sich Menschen in Rheinland-Pfalz in stillem Gedenken an die Opfer. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatte Menschen, Behörden, Betriebe und Schulen im ganzen Land gebeten, sich an der Gedenkminute zu beteiligen.

Bei der Amokfahrt durch die Trierer Fußgängerzone waren am Dienstag fünf Menschen getötet worden. 24 weitere Personen wurden nach jüngsten Angaben verletzt, sechs davon schwer. Der 51-jährige Fahrer hatte laut Augenzeugen im Zickzackkurs mit einem Geländewagen gezielt Passanten überfahren. Er wurde nach vier Minuten von der Polizei gestoppt und festgenommen. Am Mittwoch wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft.

Schon am Mittwochabend verwandelte sich die Fußgänger im Gedenken an die Opfer in ein KerzenmeerBild: Harald Tittel/dpa/picture alliance

Der mutmaßliche Täter, ein Deutscher, der in Trier geboren wurde, hat sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft zur Tat geäußert. Er habe dabei "wechselnde und in Teilen nicht nachvollziehbare Angaben" gemacht, hieß es. Ein Motiv sei weiterhin unklar. Einen Hinweis auf einen religiösen oder politischen Hintergrund für die Tat gibt es nicht. Der Mann war zur Tatzeit alkoholisiert, nach Polizeiangaben mit 1,4 Promille.

qu/ml (dpa,afp, epd)

 

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