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Sprengstoff-Drohne strandet an griechischer Insel Lefkada

10. Mai 2026

Der Motor lief noch, als griechische Fischer das unbemannte Schnellboot entdeckten. An Bord waren rund 100 Kilogramm Sprengstoff. Es wird vermutet, dass die Seedrohne aus der Ukraine stammt.

Ukraine 2025 | Seedrohne Magura V5 der Ukraine auf dem Wasser
Eine in der Ukraine produzierte Seedrohne Magura V5 (Symbolbild) Bild: Efrem Lukatsky/AP Photo/dpa/picture alliance

Griechenlands Verteidigungsministerium hat eine Untersuchung zu der mutmaßlich aus der Ukraine stammenden Seedrohne eingeleitet. Fischer hatten das mit laufendem Motor etwa sechs Meter lange Boot laut Medienberichten in einer Grotte im Südwesten der Insel Lefkada im Ionischen Meer gesichtet. Ohne, dass ihnen die gefährliche Ladung an Bord bewusst war, schleppten sie die Drohne in einen kleinen Hafen der Touristeninsel, wie der griechische Rundfunk ERTNews meldete.

100 Kilogramm Sprengstoff unschädlich gemacht

Eine Patrouille der Küstenwache sicherte die Drohne und übergab sie Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums in Athen. Die etwa 100 Kilogramm Sprengstoff an Bord wurden bei einer kontrollierten Explosion unschädlich gemacht.

Experten analysieren nun Herkunft, technische Fähigkeiten und die mögliche Route der Seedrohne. Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem dem Umstand, dass der Motor des Bootes noch lief. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass das System möglicherweise die Verbindung zu seiner Steuerung verloren hatte und führungslos weitertrieb, bis es strandete.

Griechische Behörden sind besorgt 

Dass ein derartiges, mit Sprengstoff beladenes unbemanntes Schiff schließlich die Gewässer eines Urlaubsziels erreichte, sorgt in Griechenlands Hauptstadt Athen für erhebliche Besorgnis. Der Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis, sprach im Rundfunk von einem "ersten Fall". Behördenmitarbeiter verwiesen dabei auf die Sicherheit der Bevölkerung, der Seeschifffahrt und kritischer Infrastruktur.

Medien in Griechenland berichten, Fachleute hätten festgestellt, dass es sich bei dem Fund um eine Seedrohne ukrainischer Bauart vom Typ Magura handele. Eine solche werde im Krieg gegen Russland eingesetzt, schreibt die Athener Zeitung "Kathimerini". 

Zuvor hatte bereits Stelios Fenekos, ein griechischer Vize-Admiral im Ruhestand, dem Sender ERTNews gesagt, das Objekt habe "alle Eigenschaften" einer Drohne "für militärische Zwecke" und einige Ähnlichkeiten mit ukrainischen Seedrohnen vom Typ Magura.

Seedrohnen gegen russische Schattenflotte

Die Behörden prüfen jetzt insbesondere einen Zusammenhang mit dem Einsatz solcher Drohnen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte. Hierzu gehören oftmals veraltete und unter fremder Flagge fahrende Tanker, mit denen Russland das internationale Ölembargo wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine umgeht.

Solche ukrainischen Angriffe mit Drohnen sollen sich nach Informationen aus Sicherheitskreisen bereits in Teilen des Mittelmeers ereignet haben - unter anderem zwischen Libyen und der griechischen Insel Kreta sowie vor Malta. Das Mittelmeer liegt rund 2000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

se/haz (dpa, afp, rtr)

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