Serbische Polizei schließt Wochenzeitschrift Identitet
18. März 2003Belgrad, 17.3.2003, B92, engl., nach BETA
Die serbische Polizei hat unter Berufung auf die Bestimmungen des Ausnahmezustands die Büros der Wochenzeitschrift Identitet geschlossen und die Veröffentlichung des Magazins untersagt.
In ihrer Titelgeschichte am letzten Dienstag (11.3.), dem Tag vor der Ermordung von Zoran Djindjic, hatte Identitet behauptet, Informationen darüber zu besitzen, dass der Premierminister ermordet werden würde.
Wie die Tageszeitung Danas berichtet, waren Vertreter der serbischen Regierung anwesend, als Polizeibeamte die Räumlichkeiten des Magazins am Samstagabend stürmten. Danas meldet weiter, gegen den Verlag der Zeitschrift, ID Pres, sei eine Geldstrafe von 500 000 Dinar (etwa 8000 Euro) und gegen den Chefredakteur und den stellvertretenden Chefredakteur Geldstrafen von 100 000 Dinar verhängt worden. Unter den Bestimmungen des Ausnahmezustandes gibt es keinen Widerspruch gegen die Schließung.
Das Amtsblatt der Regierung hatte gestern einen Erlass über die Kontrolle der öffentlichen Informationen und den Vertrieb von Zeitungen und anderen Informationen unter den Bestimmungen des Ausnahmezustandes verkündet. (MK)