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Politik

SIPRI: Globale Militärausgaben auf Rekordhoch

25. April 2022

Die weltweiten Militärausgaben sind laut SIPRI 2021 erstmals über die Marke von zwei Billionen Dollar gestiegen. Am stärksten haben die USA, China, Indien, Großbritannien und Russland aufgerüstet.

Amerikanischer Abrams-Panzer
Amerikanischer Abrams-PanzerBild: Mateusz Wlodarczyk/NurPhoto/picture alliance

Das geht aus dem neuen Jahresbericht des Friedensforschungsinstituts SIPRI in Stockholm hervor. Demnach wuchsen die weltweiten Militärausgaben das siebte Jahr in Folge. Mit genau 2113 Milliarden Dollar beziffern die Experten die Ausgaben. Die Militärausgaben kennen offenbar keine Krise. Auch wirtschaftliche Einbrüche durch die Corona-Pandemie konnten die Aufwärtsspirale nicht stoppen.

Die fünf Länder USA, China, Indien, Großbritannien und Russland stehen für 62 Prozent der globalen Militärinvestitionen. Deutschland belegt hinter Frankreich Platz sieben. Laut SIPRI entsprach die Gesamtsumme der Rüstungsausgaben 2021 einem Anteil von 2,2 Prozent am weltweiten Bruttoinlandsprodukt (BIP).

USA und China weltweite Spitzenreiter

Spitzenreiter sind weiterhin die USA. Auch wenn die US-Ausgaben vergangenes Jahr auch wegen der hohen Inflation um 1,4 Prozent im Vergleich zu 2020 sanken, gab Washington mit 801 Milliarden US-Dollar mehr als jedes andere Land für seine Streitkräfte aus. Das entsprach einem globalen Anteil von 38 Prozent.

Auf Platz zwei des Rankings liegt China mit einem Weltanteil von 14 Prozent. Im vergangenen Jahr gab Peking geschätzte 293 Milliarden US-Dollar für Rüstung aus, das waren 4,7 Prozent mehr als 2020. Verglichen mit dem Jahr 2012 bedeutet dies gar ein Plus von 72 Prozent. Damit wuchsen Chinas Militärausgaben das 27. Jahr in Folge. Diesen ununterbrochenen Aufwärtstrend hat SIPRI für kein anderes Land der Welt dokumentiert. Wie die USA investiert auch China große Summen in die Weiterentwicklung der Streitkräfte und Forschung.

Indien, das auf dem dritten Platz liegt, investierte innerhalb des untersuchten Zeitraums 76,6 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben Großbritanniens (Rang 4) wuchsen um drei Prozent auf 68,4 Milliarden US-Dollar. Deutschland (Rang 7) gab 2021 etwa 51,8 Milliarden Euro für seine Verteidigung aus. Das entspricht etwa 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. 

Russland rüstet vor Einmarsch in Ukraine massiv auf

Russland (Platz 5) steigerte seine Militärausgaben um 2,9 Prozent auf 65,9 Milliarden US-Dollar. Die Verteidigungsausgaben machten 4,1 Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts aus. Das ist laut SIPRI "viel höher als der Weltdurchschnitt". Gegen Ende 2021, als Russland Truppen an der ukrainischen Grenze aufstellte, habe es einen starken Anstieg der Ausgaben gegeben. Hohe Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft hätten Russland im vergangenen Jahr geholfen, die Militärausgaben zu steigern, analysiert SIPRI-Expertin Lucie Béraud-Sudreau. Wie sich Russlands Krieg in der Ukraine perspektivisch auf die Militärausgaben des Landes auswirkt, ist laut SIPRI sei noch ungewiss.

Auch die Ukraine steigerte die Militärausgaben in den vergangenen Jahren deutlich, wenn auch in anderen Dimensionen als die Spitzenreiter im Rüstungsranking: Im Jahr 2021 gingen die Ausgaben zwar um über acht Prozent auf 5,6 Milliarden Euro zurück, machten aber immer noch 3,2 Prozent des ukrainischen BIP aus. Zwischen 2014 und 2021 wuchs der Wehretat der Ukraine um 72 Prozent, im Vergleich zu vor zehn Jahren sogar um 142 Prozent.

qu/ack (dpa, afp, epd)

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