Skeptische Araber nach Obamas Rede
7. April 2009
Obama schlug ungewöhnliche Töne für einen US-Präsidenten an, nachdem das Verhältnis der USA zur islamischen Welt noch unter seinem Vorgänger George W. Bush eher von kühler Distanz geprägt war. Obama setzt jetzt wieder stärker auf Annäherung. Passend dazu versprach er auch, sich wieder stärker für den Nahost-Friedensprozess einzusetzen. In der arabischen Welt hört man diese Worte zwar gern. Dennoch sitzt das Mißtrauen gegenüber den USA noch immer tief.
Menschenrechtsverletzungen im Gaza-Krieg
Während der US-Präsident Dialogbereitschaft signalisiert, scheint der Dialog zwischen Israelis und Palästinensern in weite Ferne gerückt zu sein. Seit dem Gaza-Krieg zu Beginn dieses Jahres sind die Fronten verhärtet. In Gaza reagierten die Israelis auf den jahrelangen Raketenbeschuss der Hamas - mit unverhältnismäßigen Mitteln, wie viele neutrale Beobachter kritisieren. Erst Mitte März berichtete die liberale israelische Zeitung Ha'aretz über Tötungen palästinensischer Zivilisten. Jetzt hat auch eine unabhängige medizinische Kommission bestätigt, dass es während der israelischen Offensive zu schweren Verletzungen des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte gekommen ist.
Chinatown in Tel Aviv
Nur 70 Kilometer nördlich von Gaza, in Tel Aviv, ist vom Konflikt mit den Palästinensern nichts zu spüren. Außer, dass hier kaum noch welche arbeiten. Seit der zweiten Intifada, seit Israel die Palästinenser als Sicherheitsrisiko betrachtet, werden nämlich palästinensische Arbeitskräfte durch asiatische Billigarbeiter ersetzt. Schätzungsweise 200.000 leben derzeit in Israel: Philippinerinnen, die Israels hochbetagter Gründergeneration als Haushälterinnen und Pflegerinnen dienen, Thailänder, die auf den Feldern arbeiten und Chinesen, die als Bauarbeiter schuften: Meist unter Bedingungen, die an Leibeigenschaft grenzen.
Redaktion: Diana Hodali / Thomas Latschan