So viele Einbürgerungen in Deutschland wie noch nie
3. Juni 2026
Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland ist auf einen Höchststand gestiegen. Im vergangenen Jahr erwarben 332.500 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Es ist das fünfte Wachstum in Folge, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte.
Noch nie seit der Einführung der Statistik im Jahr 2000 seien innerhalb eines Jahres mehr als 300.000 Personen eingebürgert worden, erklärten die Statistiker. Nach den Daten machten die rund 65.600 eingebürgerten Syrer den größten Anteil (20 Prozent) aus. Allerdings sank deren Zahl im Vergleich zu 2024 um 21 Prozent.
Jeder Zehnte kommt aus der Türkei
Dahinter folgen mit großem Abstand Türken mit einem Anteil von zehn Prozent und Russen mit einem Anteil von sechs Prozent. Bei diesen beiden Staatsangehörigkeiten sei die Zahl der Einbürgerungen um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr gestiegen, heißt es.
Ein besonders starkes Wachstum wurde im Vorjahresvergleich auch bei Einbürgerungen bosnischer (plus 126 Prozent auf 8800), US-amerikanischer (plus 100 Prozent auf 6600) und albanischer (plus 97 Prozent auf 6100) Staatsangehöriger verzeichnet. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer zum Zeitpunkt der Einbürgerung lag demnach bei 12,4 Jahren. Syrer hielten sich zum Zeitpunkt der Einbürgerung im Schnitt 7,9 Jahre in Deutschland auf, bei Türken hingegen waren es im Schnitt 24,1 Jahre.
Nur drei Prozent aller Anträge wurden abgelehnt
Insgesamt wurden für das Jahr 2025 laut der Behörde in Wiesbaden 467.400 Einbürgerungsanträge erfasst. Von den 371.100 erledigten Verfahren wurden rund 90 Prozent mit einer Einbürgerung abgeschlossen. Bei drei Prozent kam es zu einer Ablehnung, die weiteren Fälle endeten etwa mit einem Rückzug des Antrags oder einem Fortzug ins Ausland.
Die Grundtendenz der Einbürgerungszahlen für das vergangene Jahr war bereits Ende Mai bekanntgeworden. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, hatte daraufhin Rechtsverschärfungen gefordert. In den Reihen der SPD wurde es hingegen als positives Signal gewertet, dass mehr Menschen Deutsche werden, die alle dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllen.
Zwei Pässe aus zwei Ländern
Die damalige Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hatte das Staatsangehörigkeitsrecht geändert. Ihre Reform trat Ende Juni 2024 in Kraft. Seither darf, wer Deutscher wird, grundsätzlich auch die bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Zudem reichen als Voraussetzung fünf statt bisher acht Jahre rechtmäßiger, gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland. Besonders gut integrierte Ausländer konnten sich bereits nach drei Jahren einbürgern lassen - diese sogenannte Turbo-Einbürgerung hat die schwarz-rote Bundesregierung aber im vergangenen Jahr wieder gekippt.
jj/se (dpa, afp, rtr)