Extremsommer 2026: Nur 2003 war es in Deutschland heißer
31. August 2026
Einer der wärmsten Sommer seit 1881 mit neuen Hitzerekorden, Trockenheit und viel Sonne geht mit dem Beginn des meteorologischen Herbstes am Dienstag zu Ende. Der fehlende Regen habe sich in historisch niedrigen Flusspegeln sowie teils großflächigen Wald- und Vegetationsbränden gezeigt, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Main mit.
Lokale Unwetter und Tornados hätten zum verbreiteten Niederschlagsmangel allerdings "scharfe Kontraste" gesetzt. Dies zeigten die vorläufigen Auswertungen der Ergebnisse der rund 2.000 Messstationen des DWD. Mit einem voraussichtlichen Temperaturmittel von 19,6 Grad werde der Sommer 2026 nur vom Sommer 2003 mit seinem Mittel von 19,7 Grad übertroffen.
Neuer bundesweiter Höchstwert: 41,8 Grad
"Beispiellos" war 2026 nach Angaben des DWD die Zahl der Hitzetage: "Im Deutschlandmittel wurden rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und etwa fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad ermittelt."
Den vorläufigen bundesweiten Höchstwert und neuen Deutschlandrekord meldete Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt am 27. Juni mit 41,8 Grad. Die Nacht vom 27. zum 28. Juni war ebenfalls extrem: Im sächsischen Kubschütz sank die Temperatur nicht unter 29,4 Grad - "das höchste jemals in Deutschland gemessene nächtliche Minimum".
Passend zu den hohen Temperaturen schien die Sonne mit 779 Stunden besonders lange – der Sommer 2026 zählt der vorläufigen Auswertung zufolge zu den fünf sonnigsten seit Beginn der Sonnenscheinreihe 1951. "Regional fiel die Bilanz noch üppiger aus: In Teilen Süddeutschlands summierte sich die Sonnenscheindauer örtlich auf rund 900 Stunden", teilte der Wetterdienst mit.
So häufig die Sonne schien, so selten fiel Regen. Die Trockenheit machte sich vielerorts bemerkbar. Der Sommer 2026 war in der Fläche "deutlich zu trocken", so die Bilanz des DWD. So wurden mit rund 171 Litern Niederschlag pro Quadratmeter nur knapp 72 Prozent des Solls von 239 Litern pro Quadratmeter erreicht.
"Nach einem zu trockenen Juni erhöhte vor allem der markant niederschlagsarme Juli das Defizit. Auch der August brachte nur regional Entlastung", erklärten die Meteorologen.
Ausgetrocknete Bäche, leere Quellen
Sehr deutlich seien die Folgen der wenigen Niederschläge für den Wasserhaushalt, sagte Fred Hattermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). "Bäche und Quellen, insbesondere im Südwesten Deutschlands, sind zeitweise ganz versiegt, und die wichtigsten Wasserstraßen wie Rhein und Donau verzeichnen Rekordtiefstände."
Dabei sei es nicht nur der wenige Regen, der die Wasserspeicher nicht ausreichend auffülle. "Durch die steigenden Temperaturen steigt die Verdunstung, wodurch die Landschaft mehr Wasser verliert, bevor es in das Grundwasser und die Oberflächengewässer gelangen kann", erklärte der Experte.
Auffällig ist: Beim Niederschlag gab es regional erhebliche Unterschiede: Am Alpenrand summierte sich der Regen auf örtlich mehr als 400 Liter pro Quadratmeter, während am nördlichen Oberrhein stellenweise nur etwa 70 Liter pro Quadratmeter zusammenkamen.
haz/ie (epd, dpa, kna)