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Spanien offiziell in der Rezession

zdh/as (dpa)30. April 2012

Nun ist es amtlich: Die spanische Wirtschaft ist zwei Quartale in Folge geschrumpft und befindet sich in einer Rezession. Um 1,8 Prozent dürfte die Wirtschaftskraft im Gesamtjahr sinken.

Menschen stehen Schlange vor einem Arbeitsamt in Madrid (Foto: dapd)
Eine Folge der Rezession ist die hohe ArbeitslosigkeitBild: AP

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone ist im ersten Quartal 2012 in die Rezession gerutscht. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sank die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent, wie das spanische Statistikamt in Madrid mitteilte. Im Schlussquartal 2011 war die spanische Wirtschaft erstmals seit Ende 2009 wieder geschrumpft. Das Minus lag ebenfalls bei 0,3 Prozent. Damit ist die gängige Definition für eine Rezession - zwei Quartale mit negativen Wachstumsraten in Folge - nunmehr erfüllt.

Vor einer Woche hatte bereits die Notenbank Spaniens eine Vorabschätzung für das Wachstum im ersten Quartal veröffentlicht. Die Notenbanker waren allerdings zu einem etwas schwächeren Ergebnis als die Statistiker gekommen. Die Notenbank hatte eine Rate von minus 0,4 Prozent ermittelt.

Besorgniserregend sind vor allem die Banken

Gleichzeitig stufte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Bonität für zahlreiche spanische Banken herab. Dies sei eine Folge der in der vergangenen Woche bekanntgegebenen skeptischeren Bewertung Spaniens, teilte S&P in Madrid mit. Die Bonitätsnoten für die beiden Großbanken BBVA und Santander wurden dabei wie für das Land Spanien selbst um zwei Stufen reduziert.

Die spanischen Banken leiden unter dem Zusammenbruch des heimischen Immobilienmarkts und gelten derzeit als einer der größten Problemfälle innerhalb der europäischen Schuldenkrise. Der Sektor ist geprägt von den beiden Großbanken sowie zahlreichen kleineren Instituten, die größtenteils regional tätig sind. Zudem hat das Land einen großen Sparkassensektor. Von den vielen Sparkassen mussten in der Schuldenkrise bereits einige Institute vom Staat gerettet werden.

Experten gehen davon aus, dass der Druck auf spanische Banken noch steigen wird, da weiterhin mit fallenden Preisen auf dem Immobilienmarkt zu rechnen ist. In der Eurozone wird diskutiert, ob der Rettungsfonds EFSF spanischen Banken direkt unter die Arme greifen könnte. Dies lehnt Deutschland strikt ab.

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