Spanien sammelt frisches Geld ein
17. April 2012
Bei einer Auktion zweier Geldmarkttitel mit kurzen Laufzeiten konnte sich Spanien mehr Geld leihen als ursprünglich geplant. Die Auktion spülte 3,18 Milliarden Euro in die Staatskasse, angestrebt waren bis zu 3,0 Milliarden Euro.
Allerdings lagen die Zinsen, die Spanien für diese Papiere zahlen muss, deutlich höher als bei einer vergleichbaren Auktion vor einem Monat. So stieg der Zins bei einem Papier mit einjähriger Laufzeit von 1,4 auf 2,6 Prozent, bei einem Papier mit 18-monatiger Laufzeit von 1,7 auf 3,1 Prozent.
Steigende Kosten
Höhere Zinsen verteuern die Kapitalaufnahme und belasten den ohnehin angespannten Haushalt zusätzlich. Der Governeur der spanischen Zentralbank, Miguel Angel Fernandez Ordonez, sagte nach der Auktion am Dienstag, das Land müsse sich wegen der gestiegenen Kosten auf höhere Steuern einstellen.
Wegen des starken Interesses der Investoren wurde die Auktion dennoch als Erfolg gewertet. Bei den richtungsweisenden Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sanken die Zinsen nach der Auktion wieder deutlich unter die Marke von sechs Prozent. Am Vortag waren die Zinsen für diese Anleihen erstmals in diesem Jahr wieder über die als kritisch geltende Marke von sechs Prozent gestiegen.
Die Auktion am Dienstag gilt als erster Test für das Vertrauen der Finanzmärkte in die spanische Wirtschaft. Am Donnerstag hofft Spanien, mit einer Auktion zehnjähriger Anleihen bis zu 2,5 Milliarden Euro aufzunehmen.
bea/kle (dpa, afp)