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Spanien unter den Rettungsschirm?

Insa Wrede15. November 2012

Spanien müsse dringend Hilfe beantragen, meint EZB-Ratsmitglied Luc Coene. Und auch Griechenland brauche mehr Hilfe. Der Internationale Währungsfonds ist dafür - die Euro-Länder wehren sich.

Eine spanische 1-Euro-Münze (Foto: picture-alliance/dpa)
Bild: picture-alliance/dpa

EZB-Ratsmitglied Luc Coene plädiert dafür, dass Spanien unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft. "Spanien sollte dringend Hilfe beantragen", sagte der belgische Notenbankchef der Zeitung "De Standaard". Er äußerte sich besorgt darüber, dass die Rendite für zehnjährige spanische Anleihen jüngst wieder rund sechs Prozent erreicht habe. Falls es erneut zu Turbulenzen an den Märkten komme, stelle sich die Frage, welche Munition die Europäische Zentralbank (EZB) noch dagegen in petto habe. Die EZB hat unter den Rettungsschirm schlüpfenden Schuldenländern Hilfe durch Anleihenkäufe am Sekundärmarkt angeboten. Spanien, das unter hoher Schuldenlast ächzt, hat sich bislang nicht zu einem Antrag auf Hilfe aus dem Rettungsfonds ESM durchringen können.

Uneinigkeit bei Griechenland-Rettung

Laut Zeitung äußerte Coene auf einer Veranstaltung auch Sympathie für die Idee, dass Griechenland zumindest einen Teil seiner Schulden erlassen werden sollte, damit sich das Land mittelfristig nachhaltig sanieren könne. An der Frage eines weiteren Schuldenschnittes oder alternativ direkter Transferzahlungen an Griechenland, scheiden sich allerdings die Geister. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist dafür und meint, die Euro-Länder müssten einen Teil der Kosten tragen. Andernfalls droht er, sich als Geldgeber zurückzuziehen. Hintergrund ist, dass der IWF nur Länder unterstützen darf, wenn die Höhe der Schulden am Ende der Programmlaufzeit wieder tragfähig ist.

Die Eurogruppe, die Bundesregierung und auch die EZB stemmen sich gegen einen zweiten Schuldenschnitt und auch gegen Geldgeschenke an die Griechen. Ohne Unterstützung des IWF würden die Euro-Länder aber erheblich mehr belastet.

Griechenland hatte dieses Jahr bereits mit den Privatgläubigern einen freiwilligen Schuldenschnitt vereinbart. Dabei verzichteten die Inhaber der Anleihen im Volumen von 206 Milliarden Euro auf insgesamt 53,5 Prozent des Nominalwerts der Papiere.

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