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Spanien: Wirtschaft rutscht ab

Dirk Kaufmann2. März 2012

Spanien gehört zu den europäischen Sorgenkindern: Es hat die höchste Arbeitslosigkeit in Europa, das Haushaltsdefizit ist größer als vorhergesagt und die Wirtschaft schrumpft.

epa02949966 Unemployed people queue outside an office of the INEM employment organization in Madrid, central Spain, on 04 october 2011. Spain says the number of people filing for unemployment benefits shot up by nearly 100,000 in September 2011. The Labor Department says the increase of 95,817 raises the total of umemployed to 4,226,744. EPA/JAVIER LIZON
Bild: picture-alliance/dpa

Die schlechten Nachrichten aus Madrid reißen nicht ab. Am Donnerstagt wurde in der spanischen Hauptstadt bekannt, dass die Neuverschuldung höher ausfallen wird als vorgesehen. Spanien hatte versprochen, sein Haushaltsdefizit auf 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken, nun heißt es, für 2012 werde das Defizit voraussichtlich bei 5,8 Prozent liegen.

Am Freitag sagte Ministerpräsident Mariano Rajoy, die Voraussagen für die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes in diesem Jahr müssten ebenfalls korrigiert werden – nach unten. Bislang habe man in 2012 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent gerechnet, nun aber müsse man für dieses Jahr eine Rezession erwarten. Im letzten Quartal 2011 war die spanische Wirtschaft bereits geschrumpft.

Die Probleme wachsen, die Schulden auch

2011 hatte das aktuelle Haushaltsdefizit noch acht Prozent betragen, in diesem Jahr sollte es fast halbiert werden. Das deutliche Verfehlen dieses Ziels ist aber nicht das einzige iberische Problem: Spanien hat die höchste Arbeitslosigkeit auf dem Kontinent. Offiziell sind 4,7 Millionen Menschen ohne Arbeit, die Arbeitslosenquote liegt bei 22,9 Prozent. Allein im letzten Jahr gingen in Spanien 410.000 Arbeitsplätze verloren.

Wenn die spanische Wirtschaft in diesem Jahr in die Rezession abrutschen sollte, wie es der Ministerpräsident voraussagt, wird das die Arbeitslosenzahlen noch weiter in die Höhe treiben. Ein Schrumpfen der Wirtschaftskraft hat außerdem zur Folge, dass zu den vielen Schulden, die das Land bereits hat, noch neue hinzukommen werden.

dk/sti (dpa, rtr, dapd)

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