Spaniens Banken stehen schlecht da
28. September 2012
Am Freitagabend haben das spanische Wirtschaftsministerium und die Zentralbank in Madrid das Ergebnis des sogenannten Stressteste für die angeschlagenen Banken des hochverschuldeten Eurolandes bekanntgegeben. Das Ergebnis: Die spanischen Banken benötigen insgesamt 59,3 Milliarden Euro zum Ausgleich ihrer Bilanzen.
Allein für die verstaatlichte Großbank Bankia ergab der Stresstest eine Unterdeckung von 24,7 Milliarden Euro. Das Institut war nach dem Platzen der spanischen Immobilienblase in Schieflage geraten.
Das Ergebnis des Tests war an den Geldmärkten mit größter Spannung erwartet worden. Der Handel an der Frankfurter Börse etwa hatte den ganzen Nachmittag über unter der Ungewissheit gelitten, welchen Finanzbedarf die spanischern Institute wirklich anmelden würden. Die Anleger hielten sich deshalb zurück, der Dax schwenkte ins Minus.
Die Vorhersagen bestätigt
Vor der Veröffentlichung der Test-Ergebnisse waren Spekulationen über die wohl benötigten Hilfen ins Kraut geschossen. Für die vier teilverstaatlichten spanischen Großbanken Bankia, Catalunya Caixa, Novagalicia und Banco de Valencia war ein Bedarf von mehr als 40 Milliarden Euro befürchtet worden. Das amerikanische Beratungsunternehmen Oliver Wyman, das den Stresstest durchgeführt hat, hatte bei einer ersten Schätzung im Juni einen Bedarf für den gesamten spanischen Bankensektor von rund 62 Milliarden Euro vorhergesagt. Der heutige Stresstest hat diese Prognosen weitgehend bestätigt.
Die anderen Euro-Länder hatten bereits einen Kreditrahmen von 100 Milliarden Euro für den spanischen Finanzsektor in Aussicht gestellt. Beobachter gehen nun davon aus, dass Madrid ein Rettungspaket aus den Mitteln des Rettungsschirms ESM beantragen wird, um die Finanzierungskosten seines Haushaltes senken zu können.
dk/hf (rtr/afp/dpa)