Spanischer Immobilienmarkt vor Wiederbelebung?
6. August 2012
"Hier glaubt jemand an die Zukunft, insbesondere daran, dass diese Immobilien wieder an Wert gewinnen können", schreibt die "Financial Times Deutschland" in ihrer Sonntagausgabe. In dem Leitartikel heißt es, Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften würden den spanischen Immobilienmarkt wieder für sich entdecken. Investoren erhofften sich dadurch einen Profit.
Gerade bei der aktuellen Vielzahl an Krisenmeldungen von Rekordarbeitslosigkeit, Bankenpleiten und Rettungsschirmen sind solche Nachrichten ein positives Signal für das Land. Und dennoch befindet sich Spanien mitten in seiner größten Bewährungsprobe: Vergangene Woche signalisierte Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy, ein Antrag auf EU-Hilfen für das Land werde erwogen. Eine Entscheidung in der Angelegenheit sei aber noch nicht gefallen, sagte er.
Die Äußerungen hatten die Renditen für spanische Staatsanleihen erneut nach oben getrieben. Für Spanien sind die Refinanzierungskosten am Kapitalmarkt in jüngster Zeit deutlich gestiegen. Anleger fürchten, dass das Land nicht allein durch die Schuldenkrise kommt. Die EU greift der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone bereits mit Hilfen von bis zu 100 Milliarden Euro für die angeschlagenen spanischen Banken unter die Arme.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte vergangene Woche signalisiert, eventuell Staatsanleihen von Krisenländern wie Spanien oder Italien zu kaufen, wenn diese Staaten unter den europäischen Rettungsschirm flüchten und damit de facto verbundene Auflagen in Kauf nehmen. Spanien hat zahlreiche Reformen und Sparprogramme aufgelegt, um wieder auf Kurs zu kommen.
rbr/kle (FTD, rtr)