News kompakt: Staaten planen wohl Freigabe von Ölreserven
11. März 2026
Angesichts stark gestiegener Energiepreise infolge des Iran-Krieges hat die Internationale Energie-Agentur (IEA) laut der Zeitung "Wall Street Journal" die größte Freigabe von Notfall-Ölreserven ihrer Geschichte vorgeschlagen. Demnach könnten mehr als die 182 Millionen Fass freigegeben werden, die 2022 nach Russlands Angriff auf die Ukraine auf den Markt gebracht wurden. Der Vorschlag wurde bei einer Sondersitzung der 32 IEA-Mitgliedstaaten am Dienstag präsentiert. Eine Entscheidung wird für diesen Mittwoch erwartet.
IEA und Europäische Union verpflichten ihre Mitglieder, Ölreserven in Höhe von mindestens 90 Tagen ihrer Nettoimporte vorzuhalten. Seit der Gründung der IEA 1974 gab es bislang fünf koordinierte Freigaben von Ölreserven, unter anderem vor dem zweiten Golfkrieg 1991, nach den Hurrikanen "Katrina" und "Rita "2005, während des Libyen-Konflikts 2011 sowie zweimal nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022.
Iran soll Seeweg am Persischen Golf vermint haben
Berichte über angeblich vom Iran in der Straße von Hormus verlegte Seeminen schüren Sorgen um die Sicherheit der globalen Energieversorgung. US-Präsident Donald Trump drohte dem iranischen Machtapparat mit Vergeltung, sollte die für den Öltransport zentrale Meerenge vermint werden. Die rund 55 Kilometer breite Straße von Hormus zwischen Iran und Oman gilt als eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Ölexport.
Laut dem US-Sender CNN soll der Iran in den vergangenen Tagen etwa ein Dutzend Minen in der Meerenge platziert haben. Der Sender beruft sich auf ungenannte Informanten, nach deren Angaben die iranischen Streitkräfte weiterhin über zahlreiche Boote und Minenleger verfügen und Hunderte Minen ausbringen könnten.
Außenminister Wadephul stärkt Israel den Rücken
Bei einem überraschenden Krisenbesuch in Israel hat der deutsche Außenminister Johann Wadephul das Vorgehen des Landes im Krieg mit dem Iran unterstützt. Zugleich warnte er bei einem Treffen mit seinem israelischen Kollegen Gideon Saar in Jerusalem vor möglichem Chaos und einem Zerfall des Iran - mit spürbaren Folgen auch für Europa.
Mit Blick auf Israels Angriffe gegen die mit dem Regime in Teheran verbündete Hisbollah im Libanon sagte Wadephul, er habe Saar gebeten, eng mit der libanesischen Regierung zusammenzuarbeiten und zivile Infrastruktur zu schützen. Der Angriff der Hisbollah an der Seite des Iran auf Israel sei ein schwerer Fehler gewesen. Gleichzeitig betonte Wadephul, dass auch die libanesische Zivilbevölkerung leide und die Bemühungen des Landes um Stabilität nicht durch den Konflikt gefährdet werden dürften.
EU warnt Trump vor Lockerung von Russland-Sanktionen
Die Europäische Union will den wirtschaftlichen Druck auf Russland wegen des Ukraine-Kriegs weiter unvermindert aufrechterhalten. Die EU warnt deshalb US-Präsident Trump, die Sanktionen gegen russische Ölexporte zu lockern. EU-Kommissar Valdis Dombrovskis betonte nach einem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel, der Westen müsse den Preisdeckel für russisches Öl strikt durchsetzen. Wegen steigender Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs könnte Russland sonst unerwartete Zusatzeinnahmen erzielen. Sie würde Russlands Kriegsfähigkeit stärken, die Ukraine schwächen und auch den Zielen der USA und Israels gegenüber dem Iran schaden. Russland unterstütze die Führung in Teheran in dem Konflikt.
US-Präsident Trump hatte zuvor nach einem Telefonat mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin angekündigt, die USA setzten "bestimmte ölbezogene Sanktionen aus, um die Preise zu senken".
Bundestagspräsidentin Klöckner besucht erstmals Kyjiw
Die Präsidentin des Deutschen Bundestags, Julia Klöckner, ist zu ihrem ersten Besuch in der Hauptstadt der Ukraine eingetroffen. Die Politikerin will dem Parlament in Kyjiw im fünften Jahr des russischen Angriffskriegs die Solidarität Deutschlands übermitteln. Außerdem möchte sie sich über die Herausforderungen der Energieversorgung sowie über Fähigkeiten zur Drohnenabwehr informieren. Am Bahnsteig der ukrainischen Hauptstadt wurde Klöckner vom Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk empfangen.
Aus Sicherheitsgründen war die Reise mit dem Nachtzug zuvor nicht angekündigt worden. Es wird erwartet, dass Klöckner als erste Vertreterin Deutschlands eine Rede im ukrainischen Parlament, der Werchowna Rada, hält. Zudem ist ein Gespräch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj geplant.
Tote bei Feuer in einem Schweizer Linienbus
Bei einem schweren Brand in einem Linienbus sind in der Schweiz sechs Menschen ums Leben gekommen. Mindestens vier weitere Personen wurden verletzt, wie die Polizei im Kanton Freiburg am Abend mitteilte. Drei von ihnen befinden sich in kritischem Zustand. Auch ein Rettungssanitäter wurde bei dem Einsatz im Ort Kerzers verletzt. Die Polizei ermittelt derzeit zur Brandursache. Eine vorsätzliche Brandlegung wird nicht ausgeschlossen.
Der Brand brach nach Angaben der Behörden kurz vor der Endhaltestelle in Kerzers aus. Der Ort liegt rund 26 Kilometer westlich von Bern.
pgr/AR/AN (dpa, afp, rtr)
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