1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Nach Israel-Kritik: Wadephul stärkt Botschafter Seibert

23. März 2026

Israels Außenminister kritisiert den deutschen Botschafter Steffen Seibert wegen Aussagen zur Siedlergewalt. Deutschlands Außenminister Wadephul telefoniert mit seinem Kollegen und stärkt Seibert den Rücken.

Deutschlands Botschafter in Israel Steffen Seibert
Steffen Seibert ist seit 2022 Deutschlands Botschafter in Israel (Archivbild)Bild: Christophe Gateau/dpa/picture alliance

Das Auswärtige Amt hat sich nach Kritik des israelischen Außenministers Gideon Saar an Äußerungen zur Siedlergewalt hinter den deutschen Botschafter Steffen Seibert gestellt. "Es ist ganz klar, dass es auch die Aufgabe unseres Botschafters ist, Themen anzusprechen, bei denen wir Differenzen haben", betonte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Außenminister Johann Wadephul habe Saar angerufen und betont, dass Seibert ein überzeugter Unterstützer des Staates Israel sei. "Damit ist die Sache auch ausgeräumt", so der Sprecher.

Es muss nicht immer X sein

Der Sprecher wies auf "die Dynamik von Streitgesprächen auf X" hin und sagte: "Das ist nicht das optimale Gesprächsformat, um Meinungsverschiedenheiten auszuräumen." Deswegen habe Wadephul mit Saar direkt gesprochen. Der Minister habe auch erneut angesprochen, dass es ein deutlich entschiedeneres Vorgehen gegen Siedlergewalt im Westjordanland brauche. 

Israels Außenminister Gideon Saar hier bei einem Auftritt vor den UN im Februar 2026Bild: Jeenah Moon/REUTERS

Gideon Saar hatte einen X-Post Seiberts mit den Worten kommentiert: "Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen." Saar fügte hinzu: "Gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter kommt - einer, der die israelisch-deutschen Beziehungen stärken wird." Das israelische Außenministerium warf Seibert fehlende Empathie vor.

Fließend Hebräisch

Seibert hatte am Sonntag auf X von einem Tag der Trauer und Empörung nach dem Tod eines Israelis durch Hisbollah-Beschuss und hunderten Verletzten durch iranische Raketen gesprochen. Zugleich schrieb er über Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im von Israel besetzten Westjordanland.

Ein Großteil der internationalen Staatengemeinschaft betrachtet die Siedlungen auf dem 1967 ​eroberten Land als völkerrechtswidrig. ⁠Israel bestreitet dies unter Verweis auf historische und biblische Ansprüche und macht zudem Sicherheitsgründe geltend. Im Westjordanland leben inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler.

Steffen Seibert ist seit 2022 deutscher Botschafter in Israel. Bei öffentlichen Auftritten präsentiert sich der frühere Regierungssprecher mit fließenden Hebräisch-Kenntnissen.

haz/pgr/hf (dpa, kna, afp, rtr)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen
Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen