Streik am Himmel über Berlin
2. März 2012
Am Freitagmorgen um 06:00 Uhr legten etwa 200 Angestellte des Unternehmens GlobeGround ihre Arbeit am Berliner Flughafen Tegel nieder. Sie waren einem Aufruf zum Warnstreik der Gewerkschaft Verdi gefolgt. Ein Streikleiter begründete die "sehr kurzfristige" Ansetzung des Ausstandes damit, dass der Arbeitgeber Streikbrecher eingesetzt habe.
Um 18:30 Uhr legten auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld weitere Angestellte des Bodenpersonals ihre Arbeit nieder. Auch sie befinden sich mit dem Arbeitgeber GlobeGround im Arbeitskampf. Allein in Berlin-Tegel waren wegen des dreieinhalbstündigen Warnstreiks zahlreiche Flüge deutlich verspätet abgefertigt worden. 30 Flüge hatten ganz ausfallen müssen.
Mit einem blauen Auge davongekommen
Die Angestellten protestierten gegen die Absicht ihres Arbeitgebers, das Einkommensniveau seiner Angestellten herabzusetzen. Verdi verlangt im Gegenzug eine Einkommenssteigerung von vier Prozent. Die meisten Angestellten beim Bodenpersonal sind nach Angaben der Gewerkschaft Geringverdiener mit einem Einstiegsgehalt von rund 1.500 Euro. Das Dienstleistungsunternehmen GlobeGround beschäftigt rund 1.500 Menschen, die an den Flughäfen von Tegel und Schönefeld für die Passagier- und Gepäckabfertigung zuständig sind.
Nach dem dreieinhalbstündigen Streik vom Morgen am Flughafen Tegel zeigten sich beide Parteien zufrieden. Der Flughafenbetreiber war erleichtert, weil er in den Worten ihres Sprechers Erichsen "mit einem blauen Auge davongekommen" ist. Die Gewerkschaft war auf der anderen Seite mit der Streikbeteiligung "hoch zufrieden".
dk/sti (dpa, afp, dapd)