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Streikfronten am Frankfurter Flughafen bleiben starr

21. Februar 2012

Am Frankfurter Flughafen zeichnet sich noch kein Ende des Streiks ab. Im Gegenteil: Das Vorfeldpersonal verlängerte den Arbeitskampf bis Freitagabend. Doch die Wirkung des Ausstands auf die Flugbewegungen lässt nach.

Eine Boeing B747-400 der Lufthansa wird zum Standplatz (Foto: Reuters)
Der Streik in Frankfurt bringt noch immer viele Maschinen zum StillstandBild: Reuters

Genervte Passagiere und verärgerte Fluglinien in Frankfurt am Main müssen sich mindestens noch bis Ende der Woche auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen, weil 200 Mitarbeiter auf dem Vorfeld ihre Arbeit niedergelegt haben. Der Betreiber Fraport kommt allerdings nach eigenen Angaben mit den Folgen des Ausstandes zunehmend besser zurecht.

Mithilfe von eigens geschulten Ersatz-Teams werde man 80 Prozent des geplanten Flugverkehrs abwickeln, erklärte ein Sprecher der Fraport. Man sei auch für einen längeren Arbeitskampf gerüstet. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hatte den am Montag gestarteten Ausstand auf dem größten deutschen Airport bis Freitagabend 23 Uhr verlängert.

Weniger Flugausfälle

Am Dienstag, dem vierten Streiktag, fielen rund 200 Flüge aus - am Montag waren es noch 240. Mehr als 1000 Verbindungen, darunter alle Interkontinentalflüge, wurden am Dienstag planmäßig abgewickelt. Seit Streikbeginn am Donnerstag sind nach Flughafenangaben rund 750 Flüge ausgefallen. Viele Passagiere wurden unter anderem auf Fernzüge umgebucht. Fraport bezifferte seinen Umsatzverlust aus den beiden Streiktagen in der vergangenen Woche auf bis zu vier Millionen Euro.

Die GdF warf dem Betreiber vor, mit dem Einsatz von Ersatzpersonal die Sicherheit der Fluggäste zu gefährden. Sprecher Matthias Maas sagte, viele Ersatzkräfte hätten nur eine Kurzausbildung von zwei Tagen hinter sich, während dafür normalerweise sechs bis sieben Monate erforderlich seien. "Das ist jenseits der Legalität", sagte Maas. "Ich kann niemandem empfehlen, ab Frankfurt zu fliegen." Der Fraport-Sprecher Schweitzer wies die Anschuldigungen entschieden zurück. "Die Sicherheit ist hier jederzeit gewährleistet", sagte er.

Zwist um Höhe der Lohnforderungen

In dem verhärteten Tarifkonflikt will die GdF höhere Gehälter durchsetzen. Der Flughafenbetreiber spricht von überzogenen Lohnerhöhungen von bis zu 70 Prozent. Die Gewerkschaft weist dies zurück. Es gehe um Lohnsteigerungen von "maximal 28 Prozent über komplette vier Jahre", sagte GdF-Sprecher Maas. Er forderte Fraport auf, den Schlichterspruch des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust zu akzeptieren. Der Flughafenbetreiber wiederum forderte die GdF auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Zersplitterte Tariflandschaft

Reinhard Göhner vom Arbeitgeberverband BDA macht sich SorgenBild: Fotolia

Als Lehre aus dem festgefahrenen Tarifstreit forderten Arbeitgebervertreter und die FDP eine Rückkehr zur Tarifeinheit. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Arbeitgeber, Reinhard Göhner, sagte, wenn eine Mini-Gewerkschaft mit "exorbitanten Forderungen" für weniger als ein Prozent der Beschäftigten einen Betrieb lahmlege, müsse die Tarifeinheit wiederhergestellt werden, forderte er. "Die Zersplitterung der Tariflandschaft ist hochgefährlich", so Göhner. Das Bundesarbeitsgericht hatte den Grundsatz der Tarifeinheit, also das Bestehen nur eines Tarifvertrags für ein Unternehmen, im Sommer 2010 aufgegeben.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Martin Lindner, verlangte eine gesetzliche Quote für Streiks. Die Vereinigung Kommunaler Arbeitgeber (VKA), der auch die Fraport angehört, machte sich stark für einen "Schutz vor zügellosen Kleinstgewerkschaften".

kle/hp (dpa, dapd)

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