"Sweet Caroline"-Sänger Neil Diamond wird 85
23. Januar 2026
Neil Diamond feiert am 24. Januar seinen 85. Geburtstag - und während er selbst längst von der Bühne abgetreten ist, wirkt seine Musik ungebrochen weiter. Kaum ein anderer Songwriter hat über Jahrzehnte hinweg so viele unverwechselbare Melodien geschaffen, die noch heute sofort wieder im Ohr bleiben: "Sweet Caroline", "Cracklin' Rosie", "I'm a Believer", "I Am… I Said", "Song Sung Blue". Sie prägen Hochzeiten und Stadionmomente, Radiosender und Roadtrips, Familienfeiern und Kinofilme.
Geboren wurde Neil Leslie Diamond 1941 in Brooklyn, New York, als Sohn jüdischer Immigranten. Mit 16 Jahren bekam er eine Gitarre geschenkt - der Grundstein zu seiner späteren Karriere. Zur Schule ging er mit Barbra Streisand, mit der er im Chor sang und später das schmachtende Duett "You Don't Bring Me Flowers" singen sollte, das ein Welthit wurde.
Eigentlich wollte er Medizin studieren, doch das Songschreiben war ihm schließlich doch wichtiger. Er glaubte fest an sein Talent für Melodien und Texte. So brachte er Tag und Nacht Ideen zu Papier - und bekam schließlich einen Job als Songwriter für andere Künstler. Sein erster Erfolg: "I'm a Believer", das er für die Monkees schrieb. Weitere Hits landete er mit Songs wie "Cherry, Cherry" und "Girl, You'll Be a Woman Soon". Und schon bald klopften die damals ganz Großen an seine Tür: Superstars wie Elvis Presley, Cliff Richard und Frank Sinatra interpretierten seine Songs.
Rückzug wegen Parkinson
In den 1970ern stieg Neil Diamond endgültig zu einem der größten Live-Acts seiner Zeit auf; mit seinen eingängigen Melodien und seiner sonoren Stimme füllte er die Hallen und Arenen rund um den Globus. Fast 50 Jahre dauerte seine aktive Karriere, bis er sich 2018 aus gesundheitlichen Gründen von der Bühne verabschiedete.
Die Diagnose Parkinson bedeutete das Ende seiner Tourneen. Dennoch produziert er weiter Songs - und im Oktober 2025 trat er mit "Sweet Caroline" bei einer Preisverleihung in Denver auf, bei der er für sein Lebenswerk geehrt wurde.
Sein musikalisches Vermächtnis bleibt erstaunlich lebendig - nicht zuletzt durch einen aktuellen Film, der zeigt, wie tief seine Songs im Leben vieler Menschen verwurzelt sind.
"Song Sung Blue" - Liebesbrief an Diamonds Musik
Der neue Spielfilm "Song Sung Blue" (Kinostart am 8.1.2026) ist kein Neil-Diamond-Biopic, sondern erzählt die Geschichte des Ehepaars Mike und Claire Sardina aus Milwaukee, das eine kleine Neil-Diamond-Tribute-Band gründet. Hugh Jackman und Kate Hudson spielen ein Paar, das mit Auftritten in Bars und kleinen Clubs versucht, persönliche Krisen zu überwinden. Diamonds Musik liefert die emotionale Sprache des Films: nicht als Hintergrund, sondern als Motor einer Geschichte über Leidenschaft, Scheitern und Neuanfang.
Dass diese Songs auch Jahrzehnte nach ihrer Veröffentlichung Menschen inspirieren, zeigt: Diamonds Werk ist längst Teil eines kollektiven Archivs geworden - verfügbar, formbar, immer neu deutbar.
Warum "Sweet Caroline" wieder viral geht
Parallel erlebt "Sweet Caroline", Diamonds größter Hit, ein weltweites Revival. Und das nicht zum ersten Mal. Der österreichische Entertainer und Party-Schlagersänger DJ Ötzi legte den Song 2009 neu auf und brachte ihn in Bierzelte, Aprés-Ski-Hütten und auf die Partymeilen. Der Hit ist seit Jahren fester Bestandteil der Sportkultur. Als die englischen Fußballfrauen 2022 Europameisterinnen wurden, feierten die Fans die Sportlerinnen mit diesem Song. Die ikonische "who-ho-hoo"-Stelle macht ihn zur perfekten Mitsinghymne. Social-Media-Plattformen wie TikTok haben daraus ein globales Ritual gemacht: Fans filmen sich beim Singen, Teams feiern damit Siege, Familien nutzen ihn für humorvolle Reels.
In unruhigen Zeiten wirkt der Song wie ein kleines Stück Pop-Optimismus - warm, mitreißend und sofort verbindend. Jede neue Viralwelle führt dazu, dass jüngere Nutzer Neil Diamond erstmals entdecken und ältere Hörer die Nostalgie feiern. Der Film "Song Sung Blue" trägt seinen Teil dazu bei, auch hier wird "Sweet Caroline" vom Publikum fröhlich gefeiert und ist die heimliche Hymne des Films. Und bringt Diamond mit seiner Musik wieder in die Medien und Streaminglisten.
Neil Diamonds Hits sind nicht nur hübsche Oldies. Sie sind - wie einer seiner Songtitel es sagt - "A Beautiful Noise" - ein schönes Geräusch -, sie sind Gegenwart und bleiben Zukunft.