Sydney Pollack ist tot
27. Mai 2008
In den deutschen Kinos läuft noch sein neuester Film, "Verliebt in die Braut". Da gibt Pollack einen lebenslustigen Senior und Schwerenöter und wirkt sehr gesund. Am 26. Mai starb der 73-jährige an Krebs.
Von Anfang an mit den Stars
Ein großes Thema Pollacks war die Begegnung von Menschen mit unterschiedlichem sozialem Hintergrund. So handelt sein Western "Mit eisernen Fäusten" (1968) von einem Trapper und einem Sklaven, die miteinander auskommen müssen. Und die Travestie-Komödie "Tootsie" (1982) erzählt von einem jungen Schauspieler, der sich in eine Frau verwandelt, um endlich ein Engagement zu bekommen.
Mit den großen Stars von Hollywood hat Pollack von Beginn an zusammengearbeitet. Schon für sein Regiedebüt, das psychologische Kammerspiel "Stimme am Telefon" (1965), konnte er Anne Bancroft und Sidney Poitier gewinnen.
Vom Regisseur zum Schauspieler
Meryl Streep, Klaus Maria Brandauer und Robert Redford spielten 1985 die Hauptrollen in der Dreiecksgeschichte "Jenseits von Afrika". Der Film war Pollacks größter Erfolg. Das opulente Unterhaltungskino mit blutroten Sonnenuntergängen brachte ihm sowohl sieben Oskars als auch das Lob der Kinokritik ein.
Als Regisseur drehte Pollack 20 Filme. Aber nach der kommmerziell erfolgreichen John-Grisham-Adaption "Die Firma" (1993) schien niemand mehr ernsthaft mit ihm als Regisseur zu rechnen. Bis er sich vor drei Jahren mit "Sketches of Frank Gehry" als Dokumentarfilmer neu erfand.
Statt als Regisseur war Pollack in den vergangenen zehn Jahren Schauspieler in markanten Nebenrollen, so etwa in Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut" und in "Michael Clayton" mit George Clooney.
Als Produzent nach Deutschland
Schon in den 1980er Jahren hatte Pollack begonnen, regelmäßig als Produzent zu arbeiten. Dabei gab der "Altmeister" gerne jungen Talenten und unabhängigen Produktionen eine Chance. Dem deutschen Regisseur Tom Tykwer ermöglichte er mit Heaven 2002 seine erste amerikanische Koproduktion. Pollacks letztes Projekt führte ihn auch nach Deutschland. Die Verfilmung von Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser" mit Kate Winslet ist noch in Arbeit.
George Clooney sagte zum Tod Pollacks: "Sydney hat die Welt ein bisschen besser gemacht, die Filme ein bisschen besser und sogar das Dinner ein bisschen besser. Er wird schrecklich vermisst werden."