1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

Berichte von Plünderungen in Afrin

19. März 2018

Nach ihrem Einmarsch in die nordsyrische Stadt Afrin sollen protürkische Rebellen dort Wohnhäuser und Geschäfte geplündert haben. Eindeutig bestätigen lassen sich die Vorwürfe noch nicht.

Syrien Afrin Arabische Milizen Plünderungen
Selbstbereicherung? Oder erweckt es nur den Anschein?Bild: Getty Images/AFP/B. Kilic

Die mit Ankara verbündeten Kämpfer hätten am Sonntag damit begonnen, "das Eigentum der Einwohner zu plündern, ebenso wie politische und militärische Gebäude, aber auch Geschäfte", berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Aussagen der in London ansässigen Organisation berufen sich in der Regel auf Kontakte vor Ort, lassen sich aber nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Auch Reporter der Nachrichtenagentur AFP haben zahlreiche Plünderungsszenen beobachtet. Demnach hätten die protürkischen Kämpfer Güter auf ihre Pick-Ups geladen - Kisten mit Lebensmitteln, technischen Geräten, Decken und sogar Motorräder -, bevor sie die Stadt verließen. Den Angaben zufolge sollen sie auch Ziegen mitgenommen und Autos aus der Stadt geschleppt haben.

Bisher wurden die Beobachtungen von keiner weiteren Stelle bestätigt. Auch die von der Agentur verbreiteten Bilder lassen keinen eindeutigen Schluss zu, was mit den Gütern geschehen ist. 

Kämpfer in einem Raum, der ein Geschäft gewesen sein könnteBild: Getty Images/AFP/B. Kilic

Die türkische Armee mit ihren syrischen Verbündeten hatte am Sonntag die überwiegend kurdische Stadt Afrin komplett besetzt. Die gleichnamige Enklave war das Ziel der am 20. Januar von der Türkei gestarteten Offensive. Die Einnahme der Stadt ist ein wichtiger Sieg der Türkei über die Kurdenmiliz YPG. Ankara betrachtet die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation. Für die USA sind die YPG jedoch ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Syrische Kurden kündigten unterdessen einen Kampf zur Befreiung der mehrheitlich kurdischen Region Afrin an. Der Widerstand gegen die türkische Besatzung werde so lange dauern, bis "jeder Quadratzentimeter von Afrin befreit ist und die Menschen in ihre Dörfer und Häuser zurückkehren", erklärten die Behörden der halbautonomen Region.

ust/rb (afp)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen