News kompakt: Selenskyj setzt auf Kooperation mit Syrien
6. April 2026
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Sonntag in Damaskus den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa getroffen. Sie hätten unter anderem "die Umstände von Russlands Krieg gegen die Ukraine erörtert", schrieb Selenskyj im Onlinedienst X. Es bestünde "großes Interesse an einem Austausch militärischer Erfahrungen".
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha kündigte ein Abkommen zur Wiedereröffnung der Botschaften in Kyjiw und Damaskus "in naher Zukunft" an. Bei dem Treffen in der syrischen Hauptstadt sei es auch um die "Rolle der Ukraine als zuverlässiger Lieferant von Nahrungsmitteln" gegangen, so Selenskyj weiter. Es sei darüber gesprochen worden, "die Ernährungssicherheit in der gesamten Region zu stärken". Zuvor war Selenskyj in der Türkei gewesen, wo er Präsident Recep Tayyip Erdogan getroffen hatte.
US-Präsident Trump schickt wüste Drohungen Richtung Teheran
Der Iran hat auf das jüngste Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zur Öffnung der Straße von Hormus mit eigenen Drohungen reagiert. Sollten die USA und Israel ihre Angriffe fortsetzen, könnten für den globalen Energiemarkt wichtige Schifffahrtswege auch jenseits der Straße von Hormus gefährdet sein, warnte Ali-Akbar Welajati, außenpolitischer Berater des obersten Führers des Irans. Betroffen sein könnte die Meerenge Bab al-Mandab und damit die Einfahrt zum Roten Meer und zum Suezkanal.
Trump hatte der Führung in Teheran zuvor erneut mit Angriffen gedroht, sollte diese bis Dienstagabend nicht einlenken. "Öffnet die verdammte Straße (von Hormus), ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Irans Parlamentspräsident Mohammed‑Bagher Ghalibaf erwiderte, mit "Kriegsverbrechen" lasse sich "nichts erreichen".
Ölpreise klettern weiter, OPEC will mehr fördern
Die Ölpreise sind nach den jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit weiteren Aufschlägen in die Woche gestartet. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent stieg auf über 111 US-Dollar je Barrel (also je 159 Liter). Das sind fast 40 Dollar mehr als vor Beginn des Krieges. Die acht Kernstaaten des Öl-Kartells OPEC+ zeigen sich derweil tief besorgt über iranische Angriffe auf die Energie-Infrastruktur.
Die Wiederherstellung beschädigter Energieanlagen sei kostspielig und zeitaufwendig, was die allgemeine Versorgungssicherheit beeinträchtige, erklärten die Länder. Zugleich deuteten die acht Staaten - zu ihnen gehören vom Iran-Krieg besonders betroffene Länder wie Saudi-Arabien, Kuwait, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate - eine Ausweitung ihrer Fördermenge an. Die Tagesproduktion könne im Mai um rund 200.000 Barrel gesteigert werden, hieß es.
Tote bei russischen Angriffen auf Odessa
Bei einem russischen Luftangriff auf die Hafenstadt Odessa im Süden der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden. Russland hatte zuletzt seine Drohnenangriffe auf die Ukraine verstärkt. Wie die Regierung in Kyjiw berichtet, wurde die Ukraine im März von mehr Drohnen angegriffen als in jedem anderen Monat seit Beginn des Krieges im Februar 2022.
Zugleich reagiert die Ukraine immer wieder mit Gegenschlägen. So wurde an diesem Montag ein ukrainischer Angriff auf eine Kohlegrube in der russisch besetzten Region Luhansk gemeldet. Mehr als 40 Arbeiter sollen im Bergwerk eingeschlossen sein.
Kongo nimmt aus den USA abgeschobene Migranten auf
Die Demokratische Republik Kongo nimmt im Rahmen eines Abkommens mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump aus den USA abgeschobene Drittstaatsangehörige auf. Dies teilte die Regierung in Kinshasa mit. Die ersten Menschen sollen im April eintreffen. Wie viele Personen das Land aufnehmen wird, ließ die Regierung offen. Die Kosten für die Vereinbarung übernehmen den Angaben zufolge vollständig die USA, für den Kongo entstünden keine finanziellen Belastungen.
Entsprechende Einrichtungen in der Nähe der Hauptstadt Kinshasa seien vorbereitet worden. Uganda hatte am Freitag ein ähnliches Abkommen bekannt gegeben. Die USA haben bereits Drittstaatsangehörige in mehrere afrikanische Länder abgeschoben, darunter Ghana, Kamerun, Äquatorialguinea und Eswatini. Das Vorgehen stößt bei Rechtsexperten und Menschenrechtsorganisationen auf Kritik.
Artemis-Crew jetzt im "Mond-Einflussbereich"
Für die Astronauten der "Artemis-2"-Mission hat an diesem Montag die letzte Etappe vor ihrer Umrundung des Mondes begonnen. Die Astronauten seien um 06.42 Uhr MESZ in den "Mond-Einflussbereich" eingetreten, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Damit wirkt sich die Anziehungskraft des Mondes nun stärker auf die Orion-Raumkapsel aus als die der Erde. Die Raumkapsel soll den Mond umrunden, aber nicht auf ihm landen.
Die Mission ist der erste bemannte Flug Richtung Mond seit der Landung von Apollo 17 im Jahr 1972. Wenn alles planmäßig verläuft, stellen die vier Artemis-Astronauten bei der Umkreisung des Erdtrabanten einen neuen Rekord auf, indem sie sich weiter von der Erde entfernen als je ein Mensch zuvor. Bereits am Sonntag hatte die Crew von ihrer Kapsel aus den Mond aus einer Perspektive gesehen, wie sie nie zuvor ein Mensch auf den Erdtrabanten hatte.
haz/se/as (dpa, rtr, afp, ap)
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