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KatastropheAsien

Tödliches Winterchaos in Pakistan

8. Januar 2022

Ungewöhnlich starke Schneefälle und Temperaturen um minus acht Grad - die Verlockungen des Winters haben tausende Touristen in ein riesiges Verkehrschaos geführt. 22 Menschen sind erfroren oder in Autoabgasen erstickt.

Pakistan I Murree wird zum Katastrophengebiet erklärt
Bild: PTV/REUTERS

Die pakistanische Bergstadt Murree nahe der Hauptstadt Islamabad ist ein beliebter Urlaubsort. Viele Besucher dort hatten in den vergangenen Tagen Bilder und Videos gepostet, die fröhliche Menschen in einer malerischen Winterlandschaft zeigen. Prompt wollten zehntausende Hauptstädter am Wochenende ebenfalls den Schnee genießen - und steuerten auf engen Bergstraßen geradewegs in ein schier aussichtsloses Verkehrschaos. Die Regierung hat die Stadt mit ihren rund 30.000 Einwohnern zum Katastrophengebiet erklärt.

Blockierte Straßen, meterhoher Schnee: Tausende Menschen steckten auf der engen Bergstraße nach Murree hoffnungslos festBild: PTV/REUTERS

Der Rettungsdienst veröffentlichte eine Liste mit 22 Menschen, die in ihren eingeschneiten Autos zu Tode kamen. Zu ihnen gehört auch ein Polizist mit seiner Frau und ihren sechs Kindern. Ob die Opfer bei Temperaturen von bis zu minus acht Grad Celsius  in ihren Wagen erfroren sind, oder möglicherweise an Autoabgasen erstickten, weil der Auspuff vom Schnee blockiert wurde, ist noch nicht offiziell geklärt.

120 Zentimeter Neuschnee in einer Nacht

Pakistans Regierungschef Imran Khan zeigte sich schockiert und bestürzt. "Der beispiellose Schneefall und der Ansturm von Menschen, die sich ohne Prüfung der Wetterbedingungen auf den Weg machen, hat die Bezirksverwaltung unvorbereitet getroffen", twitterte er.

Innenminister Sheikh Rashid Ahmed sagte, in der Region seien über Nacht mehr als 120 Zentimeter Schnee gefallen, der gesamte einkommende Verkehr sei blockiert. Man habe paramilitärische Truppen und eine spezielle militärische Gebirgseinheit zur Hilfe gerufen. Tausende von Fahrzeugen seien aus dem Schnee gezogen worden, in Schulen und Turnhallen seien Notlager für jene errichtet worden, die es bis in die Stadt geschafft hätten, sagte der Innenminister. Aber mehr als Tausend stecken immer noch in der Gegend fest.

Einwohner helfen - und haben selber Probleme

Während sich Rettungskräfte bemühen, die eingeschlossenen Touristen zu befreien, helfen Einheimische den festsitzenden Besuchern mit Nahrungsmitteln und Decken. Derweil haben auch die Bewohner von Murree mit den ungewöhnlich starken Schneefällen zu kämpfen: "Die Gasflaschen sind ausgegangen. Und in den meisten Gebieten gibt es kein Trinkwasser - es ist entweder gefroren oder die Wasserleitungen sind durch die große Kälte beschädigt worden", sagte der Tourist Abbasi der Nachrichtenagentur AFP. Die Mobilfunkverbindung funktioniere nur lückenhaft und in den Hotels gebe es nicht genügend Lebensmittel.

Die Meteorologen haben heftigen Schneefall bis Sonntagabend vorhergesagt.

rb/uh (AFP, AP, dpa, Reuters)

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