Schüsse vor Israels Konsulat in Istanbul: Ein Angreifer tot
Veröffentlicht 7. April 2026Zuletzt aktualisiert 7. April 2026
In der Türkei ist es in der Metropole Istanbul zu einem tödlichen Zwischenfall vor dem Konsulat Israels gekommen. Bei einem Schusswechsel mit Einsatzkräften wurde ein Angreifer getötet. Zwei weitere seien verletzt worden und in Gewahrsam, sagte der Gouverneur der Region, Davut Gül. Demnach wurden auch zwei Polizisten leicht verletzt.
Es handele sich um eine "Provokation", sagte Gül, ohne Details zu nennen. Die Hintergründe des Angriffs würden untersucht. "Unbekannte Personen" hätten das Feuer auf Polizisten im Dienst eröffnet, woraufhin diese zurückgeschossen hätten, ergänzte die Regionalverwaltung.
Konsulat nicht besetzt
Dem Sender CNN Türk zufolge hatten Bewaffnete versucht, in das siebte Stockwerk des Gebäudes zu gelangen. Auf Bildern sind Einsatzkräfte vor dem Konsulat im Stadtteil Levent zu sehen. Türkischen Medien zufolge hatten die drei Angreifer Langwaffen dabei. Außerdem trugen sie Tarnanzüge und Rucksäcke.
Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums teilte mit, das Konsulat sei zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht besetzt gewesen. Die israelischen diplomatischen Vertretungen seien nicht nur in der Türkei, sondern in der gesamten Region aus Sicherheitsgründen evakuiert worden, nachdem die radikalislamische Hamas im Gazastreifen am 7. Oktober 2023 Israel angegriffen hatte, meldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf dem Fall nahestehende Kreise.
Das israelische Außenministerium teilte mit: "Wir schätzen die schnelle Reaktion der türkischen Sicherheitskräfte, die diesen Anschlag vereitelt haben." Israelische Vertretungen weltweit seien "unzähligen Drohungen und Terroranschlägen ausgesetzt", lautete die Reaktion weiter. "Terror wird uns nicht einschüchtern."
Der türkische Innenminister Mustafa Ciftci teilte mit, die Angreifer seien identifiziert worden. Sie seien aus der benachbarten Provinz Kocaeli mit einem Mietwagen nach Istanbul gekommen. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft leitete offiziellen Angaben zufolge Ermittlungen ein.
Im Dezember waren in Yalova südlich von Istanbul drei Polizisten und sechs schwer bewaffnete Verdächtige getötet worden. Ihnen wurde vorgeworfen, der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) anzugehören. Kurz darauf nahmen die türkischen Behörden 125 Menschen fest, die ebenfalls Verbindungen zum IS haben sollen.
AR/gri (dpa, afp, rtr)